Ein Phantom schaltet die Gangsterbosse von Gotham City aus. Das ruft nicht nur die Polizei auf den Plan, die zuerst Batman verdächtigt, sondern bringt für Bruce Wayne auch einige Erinnerungen wieder ans Tageslicht. So muss er sich nicht nur diesem Phantom, sondern auch seiner Vergangenheit stellen.
Während der sehenswerten Zeichentrickserie „Batman: The Animated Series“ (1992 – 1995) entstand dieser Kinofilm (in Deutschland nur auf Video veröffentlicht). So ist er stilistisch nah an der Serie dran, visuell macht diese Mischung aus Art Deco und darauf aufbauendem Futurismus viel her. Das Werk ist sauber gezeichnet, liefert zu Beginn sogar eine Stadtanimation aus dem Rechner und sieht über seine gesamte Spielzeit chic aus. Flüssig, mit Licht und Schatten spielend, das Design ansprechend präsentierend.
Aber auch inhaltlich kann „Mask of the Phantasm“ was. In einer Laufzeit von unter achtzig Minuten bekommt man neben der im filmischen Jetzt spielenden Handlung einige Rückblenden, die Bruces Werdegang zum Dunklen Ritter zeigen. Und mehr noch, denn der von Eric Radomski und Bruce Timm inszenierte Film webt hierin noch relevante Figurenentwicklungen ein und verknüpft die verschiedenen Zeitebenen dramaturgisch miteinander. Zwar sind es bezüglich der Hauptfigur bekannte Themen, dennoch werden die Bedeutung des Heldendaseins und das Thema zwischenmenschlicher Bindungen funktionierend eingebracht. Überhaupt schafft es der Film besser als viele andere (auch Realverfilmungen), den Kern der Hauptfigur zu erfassen, den Konflikt, die Zerrissenheit und Konsequenzen zwischen der Maske und der Person. Erzählerisch ist „Mask of the Phantasm“ insgesamt sehr gelungen, dennoch bleiben ein paar Fragen beispielsweise bezüglich der Fähigkeiten des Phantoms oder dem Verbleib mancher Figur am Ende offen. Das trübt den Gesamteindruck aber nicht entscheidend, dazu ist das Skript insgesamt zu stark. In seinen Dialogen, der Figurenzeichnung und auch seinem Ende.
Ebenso macht die Vertonung von „Mask of the Phantasm“ eine gute Figur. Die Stimmen der Serie sind hier vertreten, Kevin Conroy leiht der Hauptfigur die markante Stimme, Mark Hamill ist als Joker immer hörenswert und auch Dana Delaney (Andrea) liefert wie der gesamte Cast eine ansprechende Leistung. Shirley Walkers Score schafft musikalisch die passende Atmosphäre, der von Tia Carrere gesungene Song im Abspann will da aber nicht reinpassen.
„I didn't count on being happy.“
Sich der dunkleren Farbpalette bedienend und in seinem Art Deco-Design sieht „Mask of the Phantasm“ nicht nur gut aus, er gibt den Figuren auch erzählerisch was mit und erzählt eine spannende Geschichte mitsamt einer persönlichen Ebene. Trotz etwas Humor bleibt der Film mit seinem Anleihen beim Film noir eine ernste und mitunter dramatische Angelegenheit. So machen die Zutaten mitsamt dem Ernst, den die Macher in das Werk haben einfließen lassen dieses zu einem überaus gelungenen Eintrag in das animierte Dasein des Dunklen Ritters.