Ziemlich gelungener, harter Actionstreifen aus dem Hause PM mit Robert Patrick in der Hauptrolle.
FBI-Agent Jeff Douglas (Robert Patrick) soll den Drogenboss Manta (Titus Welliver) von Mexiko in die USA überführen. Dieser ist einer der fünf Köpfe einer Organisation namens „Weiße Hand“, die mit flüssigem Heroin, einer neuen Drogen, den Markt beherrschen. Allerdings werden Jeff und seine Kumpane bei der Überführung und Manta entkommt. Der Beginn bietet recht gute Mischung aus Shoot-Out und Verfolgungsjagd mit einigen blutigen Einschüssen, auch wenn hier der Realismus (Stichwort Wirkung der Schrotflinte) klar verloren geht.
Da Manta schnell eine Ladung des flüssigen Heroins über die Grenze schaffen muss, lässt er Jeffs Familie von seinen Killern gefangen nehmen. So zwingt er diesen, ihn als angeblich verhaftet in die USA zu bringen – mit den kompletten Drogen im Gepäck. Allerdings lässt er Jeffs Familie umgehend umbringen, nachdem er Jeff zu dieser Aktion gezwungen hat. Jeff will er auch beseitigen, was aber misslingt. Auch wenn die Idee mit dem über die Grenze schmuggeln ganz ordentlich ist, so ist der Plot, der sich bald entwickeln wird vorhersehbar.
Es kommt, wie es kommen muss: Jeff erfährt, dass seine Liebsten dahingemetzelt wurden und ist am Boden zerstört. Als er dann noch vom FBI eine Runde Zwangsurlaub verordnet bekommt, schnappt sich Jeff ein paar Waffen und beginnt der „Weißen Hand“ nach und nach die Zacken aus der Krone zu brechen...
Die Story von „Zero Tolerance“ bietet an sich nur ein recht ausgelutschtes Rächerszenario und fügt dem wenig neues hinzu. Lediglich einige Facetten in Jeffs Rachefeldzug wie z.B. die Kollegin, die ihn davon abhalten will, lockern den Plot auf, der zum Ende hin leider auf Autopilot schaltet. Denn nach dem eher storylastigen Mittelteil werden am Ende fast nur noch Actionszenen aneinander gereiht. Eine etwas bessere Mischung wäre wünschenswert gewesen.
Actionmäßig geht es ordentlich rund: Das Hauptaugenmerk liegt auf den Shoot-Outs, aber auch ein paar Keilereien, Explosionen und Verfolgungsjagden gibt es zu bewundern. Die Die Fights bieten zwar keinerlei Martial Arts, sind aber dennoch ganz ordentlich inszeniert, auch wenn sie mengenmäßig genauso in der Unterzahl sind wie die gut gemachten Explosionen und Verfolgungen. Die Shoot-Outs sind für einen PM-Film äußerst geschickt inszeniert, aber könnten etwas länger sein. Denn wenn bedrohte Drogenbosse bereits nach fünf ausgeschalteten Bodyguards dem Helden zum Opfer fallen, dann ist der Bodycount (gerade bei PM) doch ein wenig enttäuschend. So ist auch das Finale leider ein wenig unspektakulär. Aber an der vorhandenen Action können sich Genrefans auf jeden Fall erfreuen, der geschickten Inszenierung sei dank. Recycelt wurde übrigens nur eine Szene, nämlich der Fenstersturz aus „Fire Zone".
Robert Patrick ist für einen PM-Film ein ungewöhnlich bekannter Titelheld, aber der T-1000 Darsteller ist daher auch schauspielerisch besser als die meisten B-Actionstars. So verleiht er der Figur auch etwas mehr Dramatik... allerdings lehnt sich seine Figur teilweise recht stark an Riggs aus „Lethal Weapon“ an ;-). Die unbekannten Nebendarsteller machen ihre Sache für einen B-Actioner ganz gut.
Auch wenn es einige Schönheitsfehler gibt, so gehört „Zero Tolerance“ zweifellos zu den besten PM-Filmen und Actionfans können beruhigt ein paar Euros in das ungekürzte Tape investieren.