Review
von aanrud
Tatsächlich, man darf den diversen Internetforen mal glauben, dies ist einer der schlechtesten Filme aller Zeiten - vor allem einer der schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten.
Auch als Fan von Trashfilmen darf man diesen Film ruhig ignorieren, gibt es doch genug wichtigere Filme, aber auch andere Aktivitäten (zum Beispiel in den Wald gehen, Angehörige auf dem Friedhof besuchen), die einen später nicht über die "misspended hours" klagen lassen.
Der Plot des Films ist schon albern genug. Auf dem Mars stellen die Einwohner fest, das zu einer bestimmten Jahreszeit ihre Kinder missgestimmt und übellaunig sind. Dies steht im starken Kontrast zur Erde, wo die Kinder in der gleichen Zeit in freudiger Erwartung gegenüber dem Christfest sind. Der Grund ist schnell ausgemacht, Santa Claus (der Weihnachtsmann). Die Marsianer unter ihrem Anführer Kilmar entwickeln einen finstren Plan, sie wollen Santa Claus entführen, damit ihre Kinder in Zukunft ein schönes Weihnachtsfest erleben können. Bei der Durchführung des Plans kommt es zu Komplikationen, zwei Erdenkinder werden ungewollt entführt, die Differenzen zwischen verschiedenen Marsfraktionen werden deutlich, letzendlich gelingt aber der Raub Santa Claus' am Nordpol. Zurück auf dem Mars beginnt dieser gleich mit der vollautomatischen Produktion von Spielzeug und lässt bei jeder passenden und unpassenden Situation alberne Sprüche los, die lustig wirken sollen, am Ende aber eher peinlich sind. Die Erde lässt sich den Raub Santa Claus' natürlich nicht gefallen und bemüht sich darum, Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten. Am Schluss bedarf es dieser aber nicht.
Nicht nur die Story ist albern und unterschätzt nicht nur den Verstand zeitgenössischer Kinder (vielleicht nicht gewisser Väter), auch das Agieren der Schauspieler ist mehr oder weniger hölzern und vom schlechten Drehbuch vorgegeben. Aus dem Cast herauszuheben ist allenfalls die zehnjährige Pia Zadora, die hier ihren ersten Leinewandauftritt als Marisianerkind hat.
Über die Tricktechnik sollte man nicht nur wegen des Entstehungsjahrs (1964) den Mantel des Schweigens ausbreiten. Auch zu dieser Epoche waren Weltraumfahrten oder das Erscheinungsbild fremder Spezien deutlich besser zu inszenieren (vgl. im Film den bösen, bösen Eisbäar oder den fiesen Roboter).
Letztenendes darf man froh sein, dass es keine deutsche Synchronisation dieses Films gibt. Womöglich würde sonst irgendein gestresster Vater in der Vorweihnachtszeit darauf kommen, diesen Film seinen Kindern zu zeigen. Die Weihnachtsstimmung wäre am Boden, nein unter dem Boden, denn von diesem Santa Claus möchte man nichts geschenkt bekommen.
Ich habe den Film meinen Kindern bisher aus oben genannten Gründen wohlweislich verschwiegen und ärgere mich selber um die "misspeded hours"...