Nach etwas seriöseren Leinwandausflügen ist Jim Carrey in "Ich, Beide und Sie" wieder voll und ganz in seinem Naturell. Durch die gespaltene Persönlichkeit darf er sich hier sogar in gleich zwei Rollen wohl fühlen: Im liebenswerten Loser Charlie und in seinem krassen Gegenteil Hank.
Die Story mit Road-Movie-Anleihen und locker-leichten Elementen aus dem Krimi-Genre ist eher nebensächlich, allerdings auch qualitativ gar nicht mal so schlecht. Vielmehr ist jedoch die Schizophrenie Charlies, sowie sein damit verbundener innerer Konflikt Basis für mehrere echte Kracher, wobei die Brüder Bobby und Peter Farrelly gewohnt auf derbe Geschmacklosigkeiten setzen. So zeigen sie uns eine nicht sterben wollende Kuh, auf die ein ganzes Magazin verschossen wird, einen Hank, der an dem Busen einer stillenden Mutter saugt oder einen Charlie, dessen bestes Stück in einem sexuellen Abenteuer dermaßen beansprucht und von Hank ausgenutzt wurde, dass er nicht mehr im Stande ist, beim Pinkeln gerade die Kloschüssel zu treffen. Aber auch das Ergebnis der Kinnoperation oder das Sich-selbst-aus-dem-Auto-werfen sind absolut köstlich. Den Geschmacklosigkeiten passt sich teilweise dann noch eine obszöne, vulgäre Wortwahl an.
Alleinunterhalter Jim Carrey macht seinem Ruf als Grimassenschneider wieder einmal alle Ehre und präsentiert sich hier in Bestform. Daneben ist Renée Zellweger eigentlich nur sympathisches Beiwerk. Die Show gehört eindeutig Jim Carrey und so ist "Ich, Beide und Sie" in Kombination mit den Einfällen der Gebrüder Farrelly eine Komödie vom Feinsten; zwar oftmals unter der Gürtellinie befindlich, aber lustig allemal.