Steve Martin, der in den 80er Jahren in sehr unterschiedlichen, mitunter kruden und auch blödsinnigen Komödien sein Talent unter Beweis stellen konnte, zeigt sich in diesem Remake von einer ganz neuen Seite. Zugunsten der herzerweichend und im Grunde harmlosen Story verzichtet er auf Overacting und stellt sich ganz in den Dienst dieser an Zuckerguss haltigen Familienidylle kaum zu überbietenden sofistic comedy.
Während das Original vor allem vom Kontrast der beiden Elterndarsteller Spencer Tracy (gewohnt knorrig und missmutig) und Katherine Hepburn (dauerlächelnd, mehr noch: dauerleidend und mütterlich warm) lebte, präsentieren sich Steve Martin und Diane Keaton in ihrem Spiel subtiler und weich gespülter. Das tut der Freude am Betrachten des Films jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Martin und Keaton agieren derart aufeinander abgestimmt und glaubwürdig, dass man nie annehmen würde, sie wären einfach nur zwei Schauspieler, die eben die Rolle des Elternpaares übernommen haben. In beinahe jeder Szene verfolgt man kleinste und im Timing perfekt abgestimmte Aktionen und Reaktionen mit größtmöglicher Identifikation. Die Komödie ist gerade so unrealistisch, dass sie immer noch sehr realistisch wirkt. Die Situationskomik wird durch stimmige Dialoge und skurrile Nebenfiguren immer auf dem gleich hohen Niveau gehalten. Trotz kaum vorhandener Spannung bleibt der Film spannend. Dieser Widerspruch wird schon allein dadurch klar, als der Film damit beginnt, dass Vater George die Geschichte als Rückblende selbst erzählt. Die Hochzeit ist also vorbei, bevor sie begonnen hat. Und trotz dieses erzählerischen Vorwegnehmens bleibt man an den Figuren dran, kann sich manchmal nicht satt sehen, bzw hören an den wirklich witzigen Dialogen und an den Situationen, in die sich George unweigerlich selbst hinein manövriert.
In den Nebenrollen glänzt u.a. Martin Short als völlig überdrehter Koordinator der aus dem (finanziellen) Ruder gelaufenen Hochzeit. Allein die Szene, in denen die Familie beim Hochzeitskoordinator Fronk (oder wie auch immer) sitzt und George der einzige ist, der kein Wort versteht von dem, was Fronk von sich gibt, ist ein kleiner Höhepunkt des Films. Hier schafft es Steve Martin allein durch seine Mimik einem die Lachtränen in die Augen zu jagen.
Auch die anderen Nebenfiguren (zuckersüß: Kimberly Williams als Tochter) fügen sich in das glänzend aufgelegte Ensemble ein. So hat Regisseur Charles Shyer ein hervorragend funktionierendes Remake gedreht, das von vorne bis hinten verzückt und bestens unterhält. Mit gutem Gewissen kann man behaupten, dass das Remake besser als das Original ist.