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Der Traum vom eigenen Haus kann sich ganz schnell in einen Alptraum verwandeln, ganz besonders wenn man auf gewitzte Trickbetrüger reinfällt. Aus dieser im Grunde genommen simplen Idee hat Drehbuchautor und Produzent David Giler (Geschichten aus der Gruft, Die letzten Amerikaner) einen sympathischen Spass kreiert, der Mitte der 80er Jahre das vierfache seines verhältnismäßig geringen Budgets von zehn Millionen Dollar wieder einspielte. Auch Steven Spielberg erkannte das Potential des Films und fungierte neben Giler als ausführender Produzent. Für den damals 30jährigen Tom Hanks (Forrest Gump, Der Soldat James Ryan) eine Art Karrieresprungbrett. Zwar war er schon in einigen Filmen vertreten, doch nach "Geschenkt ist nicht zu teuer" ging es für Hanks steil bergauf. Regie führte Richard Benjamin (Taschengeld, Downtown) und dieser Spass zählt zu seinen besten Filmen.

Der Anwalt Walter Fielding (Tom Hanks) hat es nicht leicht, denn er muss die horenten Schulden seines Vaters bezahlen und fliegt plötzlich samt Freundin Anna (Shelley Long) aus der Wohnung ihres Ex-Freundes, dem Maestro Max (Alexander Godunov). Doch das Glück scheint ihnen einmal treu zu sein, als sie plötzlich eine Riesenvilla für nur 200.000 Tausend Dollar erstehen. Walter verschuldet sich bis über beide Ohren, um die auf den ersten Blick luxuriöse Villa kaufen zu können. Aber nur kurze Zeit später bereuen Walter und Anna ihren Beschluss, denn sie haben sich eine Bruchbude an Land gezogen, die nach und nach auseinander fällt. Was nun folgt ist ein Kampf gegen gierige und unverschämte Handwerker, auch das gute Verhältnis zwischen Walter und Anna beginnt darunter zu leiden.

Man sollte sich ein Traumhaus welches weit unter Wert verkauft wird, erst einmal gründlich anschauen. Aber Walter und Anna sitzen quasi auf der Straße, weil Maestro Max unerwartet wieder zurück gekehrt ist und seine Wohnung benötigt. Gerade dem Durchschnittsmenschen fällt es leicht sich auf das Pärchen Walter und Anna einzulassen, denn wer träumt nicht vom Eigenheim. Eine Verschuldung ist dabei meist ein notwendiges Übel, doch Walter holt sich den Kredit nicht bei der Bank, sondern bei einem großmäuligen Kinderstar den er schon als Anwalt beträute. "Geschenkt ist noch zu teuer" geht ein wenig schwach an die Sache ran, die Dialoge strotzen nicht gerade vor Wortwitz, wobei einige Gags schon gegeben sind. Doch der Spass entfaltet sich erst richtig, wenn Walter und Anna in Besitz des Hauses kommen. Verkäuferin ist eine alte Frau, deren Mann angeblich Hitler den Pool putze und nun vom israelischen Geheimdienst gekidnappt wurde. Schon da müssten die Beiden eigentlich stutzig werden, aber die offensichtlich flunkernde Dame legt noch einen qualmenden Oldtimer drauf und hat das ahnungslose Pärchen somit überzeugt. Von außen ist dieses große Haus auch ein Traum, doch die inneren Qualitäten lassen schwer zu wünschen übrig. Ab jetzt erwarten den Zuschauer einige gelungene Slapstickeinlagen, denn das Haus offenbart nicht nur Tücken, sondern fällt auch langsam auseinander.

Es verkokeln nicht nur Leitungen, oder die gesamte Haustüre samt Rahmen bricht heraus, sondern bald kracht die Treppe in sich zusammen, die Badewanne bricht bis in den Keller durch und jeder Handgriff zieht eine ganze Kettenreaktion von Zerstörungen nach sich. Somit betätigt man den Lichtschalter in der Küche und plötzlich ist diese durch sämtliche Kabelbrände völlig im Eimer. Selbst die Bäume im großen Garten fallen einfach um, wenn man sich dagegen lehnt. Dabei gefallen nicht nur die guten Effekte, sondern auch einige Ideen was in dieser Bruchbude alles passiert. Selbst die Handwerker wollen sich drücken und verlangen erstmal einen Barscheck bevor sie überhaupt mit der Arbeit beginnen. Ist endlich ein Verrückter gefunden, schätzt dieser die Fertigstellung des Hauses auf zwei Wochen, dabei rückt er mit Dutzenden von Arbeitern an, die sich teilweise in Walters und Annas Privatleben einmischen. Der Zuschauer amüsiert sich königlich nur der Beziehungsstress gegen Ende kommt aus der Klischeekiste und hätte nicht so ausgereizt werden dürfen. Der eigentlich Star ist nun mal dieses tückische Haus, welches für den Großteil der Lacher sorgt. Dass unter diesen ganzen Zerstörungsorgien auch die Beziehung von Walter und Anna leidet ist selbstverständlich. Tom Hanks und Shelley Long (Nichts als Ärger mit dem Typ, Triple Trouble) fühlen sich in ihren Rollen sichtlich wohl, über gelegentliches Overacting sieht man gerne hinweg.

Wer sich gerade selbst ein renovierungsbedürftiges Haus gekauft hat, sollte davon lieber die Finger lassen, denn diese scheinbar tolle Villa hat es in sich. Die vielen Slapstickeinlagen sind Volltreffer, auch die Dialoge strotzen teilweise vor Wortwitz. Nur der Beginn ist etwas lahm geraten und den finalen Clinch hätte man verkürzen können, doch insgesamt ist "Geschenkt ist noch zu teuer" gute 7 Punkte wert.

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