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Amerika 2035: In vielen Haushalten werden Roboter eingesetzt, die die Hausarbeit der Menschen erledigen und speziellen Gesetzten unterstellt sind, nach denen sie keinem Menschen Schaden zufügen können. Will Smith spielt einen Polizisten, der den Robotern immer noch misstraut und nun einen Mordfall lösen muss, in dem er einen Roboter als Verdächtigen behandelt. Während ihm niemand glauben will, dass Roboter töten können, kommt er einer Verschwörung auf die schliche, an der offenbar alle Roboter der neuen Generation beteiligt sind.

"I, Robot" bietet Action, Spannung und Humor und ist damit ein gelungener Blockbuster, aber in diesem Fall wäre noch mehr drin gewesen. Bei dieser relativ komplexen Story, mit visionären Ideen und einer ganz neuen Zukunftsutopie hätte sich "I, Robot" neben "Krieg der Sterne", "Alien" und "Blade Runner" in die Liste der besten Sci-fi-Filme aller Zeiten einreihen können und wäre einer der besten Filme seit der Jahrtausendwende geworden. Während die Umsetzung jedoch hervorragend gelingt und es auch darstellerisch nichts zu bemängeln gibt, wird das volle Potential der Story leider nicht ausgeschöpft. Als Thriller funktioniert die Story zugegebenermaßen ganz gut, zumal sie mit einigen unvorhersehbaren Wendungen gespickt ist und aufgrund der innovativen und visionären Grundidee einige gute Ansätze liefert und sich über weite Strecken von jeder Stereotype entfernt. Die Charakterkonstruktion ist solide gelungen, wobei vor allem die Hauptfigur und ihre innere Zerrissenheit gut dargestellt ist und auch die Love-Story zwischen Smith und einer Psychologin passt gut und wirkt weder kitschig noch aufgesetzt. Die Idee mit den Gesetzen der Robotik und deren Auswirkungen, sowie der Verstoß gegen die Gesetze durch die künstliche Intelligenz hätten viel Spielraum für gute Einfälle und philosophische Tiefe geboten, aber leider wird hier nur sehr wenige Potential ausgeschöpft. Alles in allem ist die Story für einen Sci-fi-Film aber auf jeden Fall überdurchschnittlich.

Nachdem er mit "The Crow" und "Dark City" bereits zwei gelungene Sci-fi- und Fantasy-Filme in Szene setzte und bereits einige gelungene Sci-fi-Projekte inszenierte, zeigt Regisseur Alex Proyas mit "I, Robot", dass er zu den besten Regisseuren des Genres gehört. Das Erzähltempo hält Proyas sehr hoch, weswegen "I, Robot" von Anfang bis Ende gut unterhalten kann. Darüber hinaus schafft er es vor allem zum Ende hin durch die Ausweglose Situation seiner Hauptfigur eine gespannte Atmosphäre aufzubauen. Die Filmmusik ist relativ schnell und geladen und passt damit sehr gut in den Film und auch die futuristische Kulisse ist hervorragend gelungen. Die Roboter sind perfekt animiert, sodass sie sogar Will Smith stellenweise die Show stehlen und auch die Bewegungsabläufe der Maschinen könnten kaum besser dargestellt sein. Es gibt einige Action-Szenen und vor allem beim spannenden Finale gibt es massig gelungene Action mit perfekten Spezial-Effekten. Proyas rundet seinen gelungenen Blockbuster mit ein paar Gags ab und liefert damit alles in allem sehr gutes Unterhaltungskino.

Nach "Independence Day" und "Men in Black" ist Will Smith auch in dieser Sci-fi-Produktion perfekt aufgehoben und zeigt neben den üblichen amüsanten Sprüchen und seinen gut choreografierten Action- und Kampfszenen, dass er sich auch darstellerisch deutlich weiter entwickelt hat. Er stellt seine Figur, den innerlich zerrissenen Polizisten sehr gut dar und zeigt sich über weite Strecken mit dem nötigen Ernst und nervt nicht die ganze Zeit mit seiner hektischen Art, mit der er vor allem bei "Wild Wild West" sehr negativ auffiel. Smith liefert also einmal mehr einen gelungenen Blockbuster und verteidigt seinen Status als einer der gefragtesten Darsteller Hollywoods. Neben Smith kann auch seine Kollegin Bridget Moynahan brillieren, da sie mit ihrer anfangs verkrampften und zum Ende hin charmanten Art sehr gut in ihre Rolle passt. Mit James Cromwell und Shia LaBeouf wird der gute Cast abgerundet.

Fazit:

Mit zahlreichen Action-Szenen, hervorragenden Spezial-Effekten, einem guten Cast und den lockeren Sprüchen von Smith ist "I, Robot" ein gelungener Blockbuster. Aber auch wenn die Story einige Überraschungen bietet und alles in allem sehr innovativ ist, wäre noch wesentliche mehr drin gewesen. So ist "I, Robot" hervorragendes Unterhaltungskino, aber nicht der Klassiker, der er hätte werden können.

84%

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