Sehr strikter Actionthriller, der sofort Tempo aufnimmt und dieses auch nicht mehr vermindert, dadurch zwar an Charakterzeichnung einbüsst, dieses aber durch realistische Action und Spannungsmomente wettmacht.
Angenehm ist der Verzicht auf unnnötiges Gerede und zuviel Emotionen, beide Seiten verfolgen stringent ihr Ziel, Atempausen werden nicht eingelegt.
Uninteressant ist allein Bourne's Suche nach seinen verlorenem Wissen in der Vergangenheit, die Gefahr ist jetzt präsent, bereits Geschehenes nebensächlich.
Bei dem ständigen Gerenne und Gehetze durch Europa vermissen einige aufkommende Fragen ihre Antworten, eine gründliche Analyse der Handlung würde auch nur Bruchstücke ergeben, immerhin bleibt die Spannung auf Höchstmass.
Die eingesetzte Handkamera soll den Zuschauer direkt ins Geschehen bringen, wobei dieser Versuch teils auch misslingt, z.b der Fight zwischen Bourne und einem ehemaligen Kollegen in dessen Haus ist fehlinszeniert, man sieht praktisch nichts.
Besser wirkt da schon die abschliessende Verfolgungsjagd, wobei einige der Autostunts aber auch schemenhaft bleiben, übrigens die ansonsten einzige Materialschlacht im Film.
Die Darsteller passen exakt in ihre klar umrissenen elementaren Figuren, wobei man jetzt wirkliche Tiefe nicht erwarten sollte, dafür wird zuwenig vom Innenleben gezeigt.
Erfrischend ist die Verwendung von "richtigen" und kalten Schauplätzen und der grob - dokumentarische Stil, der optischen Firlefanz dankensweise aussen vorlässt und sich darauf konzentriert, die Handlung geradlinig fortschreiten zu lassen, nicht visuell vollzustopfen.
Vielleicht ist bei Kenntnis des Vorgängers die gefühls- und verständnismässige Bindung zu Supremacy tiefer, ein weitgehend ballastfreier effektvoller Agententhriller hat aber auch was.