Matt Damon ist zurück als Jason Bourne und wieder sind die Geheimdienste aller Herren Länder hinter ihm her. So scheint es zumindest. Denn es scheint, als wäre Bourne für einen Mord verantwortlich, der nicht gegengezeichnet wurde. Also begibt er sich auf die dreckige Suche nach den wahren Hintermännern, die ihm was unterjubeln wollen.
Noch härter, noch dreckiger, mit noch stärker verwackelterer Kamera, noch einsamer kommt uns in diesem zweiten Teil Jason Bourne entgegen. Diesmal weiß er, wer er ist und wozu er fähig ist.
Diesmal ist er nicht auf der Flucht, diesmal ist er fest entschlossen zurück zu schlagen.
Aber hat er auch eine Chance gegen die Übermacht der Regierung des mächtigsten Landes der Welt?
Erneut überzeugt die Handlung auf ganzer Linie, da sie erneut ganz straff gehalten wird und nur das Nötigste erzählt wird. Üblicher Schnickschnack wird einfach weggelassen, diesmal gibt es nicht mal eine Liebesbeziehung, die den Fortgang der Geschichte auch nur im Ansatz verlangsamen würde.
Ganz Nebenbei werden noch innere Intrigenspiele und Ränkeleien im Geheimdienst dargestellt.
Alles schön in dreckigen Einstellungen und Farben gehalten, aber immer so ästhetisch und Mainstream, dass es nicht aneckt.
Bourne's zweiter Streich kommt als pseudoschlau und pseudokritisch daher, ist aber gute Unterhaltung ohne Schnörkel oder Tiefgang.
Und um seinen dreckigen Touch auch noch lokationmäßig zu unterstreichen, sind seine Hauptplätze mit einem verregneten tristen Osteuropa recht schäbig besetzt.
Dennoch Bourne geht auf jeden Fall auf Nummer sicher: Sehr gute Akteure geben allen Charakteren eine unheimliche Tiefe, die man beispielsweise in anderen Agenten-Blockbustern vergeblich sucht, allen voran die beiden Psycho-Duellisten Brian Cox und Joan Allen.
Auch dass sein Held wieder der Überagent ist, der zum Underdog mutiert, verschafft ihm mehr Sympathien, die er auch nach der überraschenden Auflösung für sich behalten kann. Und seine letzte Konfrontation ist auf jeden Fall eine andere Art eines Showdowns als man es sich gedacht hätte.
Alles in allem für eine Hollywood-Blockbuster-Produktion auf jeden Fall über der Norm, fast schon ein Euro-Agenten-Thriller der besten alten Tage.
Und mindestens genauso gut wie der erste Teil.
8 Punkte