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Zwei Jahre sind in der Bourne Verschwörung seit dem Vorgänger vergangen. Jason Bourne (Matt Damon) lebt mit Marie (Franka Potente) versteckt in Indien und hat immer noch nicht sein Gedächtnis wiedergefunden. Seine Vergangenheit holt ihn ein, als ein russischer Auftragskiller versucht, ihn umzubringen und stattdessen Marie erwischt. Nun gilt es herauszufinden, warum die CIA wieder hinter ihm her ist. Die Spur führt ihn nach Berlin, wo er angeblich kurz zuvor einen russischen Informanten umgebracht haben soll.

Die Bourne Verschwörung ist kein typischer Hollywood-Film. Das fängt schon da an, daß der Actionfilm fast ausschließlich in Deutschland und teilweise in Russland spielt. Sehr angenehm ist, daß es überhaupt keinen Humor gibt, der Film also noch ernster als der Erstling ist. Und eine neue Liebesgeschichte gibt es nicht. Ein Rachefilm ist es aber auch nicht, da es Bourne vor allem darauf ankommt, seine Killer-Vergangenheit aufzuarbeiten und den Verdacht von sich abzuwenden.

Die Handlung könnte komplexer sein. Die Bourne Verschwörung besteht nur aus etwa 30 Prozent Handlung und aus 70 Prozent Verfolgungsjagden. Letztere sind wirklich gut und intelligent gemacht und sorgen für viel Spannung. Die Filmmusik ist durchweg sehr gelungen und gibt gerade diesen Szenen eine tolle Atmosphäre. Auch über die Handlung kann man sich nicht beklagen. Besonders positiv sticht das Ende hervor, in dem der sonst so kalt agierende Bourne über seinen Schatten springt und sich einer Hinterbliebenen seiner Opfer stellt. Matt Damon verkörpert Jason Bourne sehr glaubwürdig, ihm scheint die Rolle auf den Leib geschrieben zu sein.

Für den deutschen Zuschauer ist es natürlich immer interessant, Aufnahmen aus Deutschland in einem nichtdeutschen Film zu sehen. Die Bilder aus Berlin wirken sehr authentisch und man hat auch aufs kleinste Detail geachtet. Amüsant ist es, daß er mit der deutschen Polizei besonders viele Probleme hat.

Nun zu dem Negativpunkt: Regisseur Paul Greengrass ist dafür bekannt, gerne Actionszenen mit der Handkamera zu drehen. Damit übertreibt er es in diesem Film. Viele Szenen wirken zu hektisch und man bekommt vor allem in der letzten Verfolgungsjagd in Moskau teilweise gar nicht mehr mit, was gerade passiert.

Fazit: Insgesamt ein gelungener und spannender Film mit kleinen Mängeln. Die Bourne Identität hat mir noch etwas besser gefallen.

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