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Das Kinderbuch "Lauras Stern" von Klaus Baumgart gehört in Deutschland zu den beliebtesten und erfolgreichsten Kinderbüchern, die es in der letzten Zeit so gibt. Die Geschichte um ein Mädchen, das sich mit einem vom Himmel herabgefallenen Stern anfreundet, ist nicht nur wunderbar gezeichnet und mit viel Fantasie geschrieben worden, sie vermittelt auch auf eine optimale Art und Weise die Wichtigkeit von Freundschaft und Vertrauen, ohne dabei allzu sehr die Moralkeule zu schwingen. Für Kleinkinder gibt es auf dem Büchermarkt jedenfalls derzeit kaum etwas besseres. Und wie es bei allen erfolgreichen Büchern so ist, so bekam natürlich auch "Lauras Stern" seine Verfilmung und wurde zum Millionen-Hit unter den Kinderfilmen. Kein Wunder, ist doch auch der Film eines der liebevollsten Dinge in der Medienwelt, die man seinen Minis antun kann.

"Lauras Stern" erzählt, wie schon erwähnt, die Geschichte der kleinen Laura, die mit ihrer Familie gerade in eine neue Stadt umgezogen ist und sich schwer damit tut, Freunde zu finden. Bis eines Tages ein Stern vom Himmel fällt und sich Laura mit dem glitzernden Ding anfreundet. Fortan erleben Laura und ihr Stern die schönsten Abenteuer, bis der Stern eines Tages Heimweh bekommt und aufhört zu leuchten. Kann Laura ihren Stern noch retten?... Wie schon in den Büchern, so ist auch die Geschichte zum Film in jeder Hinsicht liebenswert und so stark mit wundervollen Fantasien und kindlichen Spinnereien vollgestopft, dass wohl absolut kein Kleinkind diesen Abenteuern wiederstehen kann. In "Lauras Welt" ist die Welt noch heil und ohne große Bösartigkeiten zu ertragen. Dennoch gibt es Probleme, wie die Schwierigkeit Freunde zu finden, der Verlust von Freunden oder Anpassungsschwierigkeiten, die hier zwar schnell und mit Leichtigkeit überwunden werden, dabei aber dennoch auf einer realistischen Schicht verharren. Ein modernes Märchen, verbunden mit real existierenden Kinderproblemen, die hier auf eine wunderbar liebenswerte Art und Weise gelöst werden.

Aber auch sonst haben die Macher gute Arbeit geleistet. Allen Charakteren, sei es Laura, ihre Eltern und ihr Bruder, oder sogar dem putzigen Stern, wird eine passende Tiefe verliehen, die Kinder nicht überfordert und auch aus der Sicht der Erwachsenen nicht allzu seicht wirkt. Die Kiddies können sich mit Laura identifizieren, mit ihr mitfiebern, mitlachen und vielleicht auch mal eine Träne vergießen, ohne das es aber wirklich schlimm wird. Kleinere Raufereien, wie die drei bösen Jungs von der Straße, die Laura ein ums andere Mal ärgern wollen, sind zwar auch vorhanden, doch wirklich böse sind auch sie nicht. Somit ist das Ganze unterm Strich für Erwachsene und größere Kinder sicherlich alles etwas zu einfach gestrickt, aber schließlich haben wir es hier mit einem Film für die ganz Kleinen zu tun und da hat das wirklich Böse eben nichts zu suchen. Und das ist auch gut so!

In Sachen Umsetzung bekommen wir es hier glücklicherweise mal wieder mit einem handgemalten Zeichentrickfilm zu tun, der zwar auch über einige Computertricks verfügt, aber alles in allem eher durch schöne Zeichnungen und den wunderbar flüssigen Bewegungsabläufen gefällt. Zwar klappt die Interaktion mit den Hintergründen nicht immer, und wirkliche Disneyqualität sollte man von Warner sowieso nie erwarten, doch für ein schillerndes und knackig buntes Zeichentrickvergnügen, steht auch bei "Lauras Stern" nichts im Wege. Dazu kommt dann noch eine richtig schöne Musikuntermahlung, der es zwar leider etwas an Abwechslung fehlt (Hans Zimmer eben), aber das Geschehen dennoch optimal zu unterstreichen vermag. Für visuelles als auch akustisches Wohlgefallen ist also gesorgt.

Und zum Schluss dürfen natürlich auch die Synchronsprecher nicht fehlen, allen voran Céline Vogt, die der kleinen Laura wirklich optimal ihre Stimme verleiht und zu jedem Zeitpunkt absolut treffend ins Geschehen passt. Dazu noch einige prominente Sprecher wie Hildegard Krekel und Mirko Nontschew, wobei letzterer aber nur einigen Spielzeugen mit ein paar Geräuschen aushilft. Aber nun gut.

Fazit: Liebevoller und unglaublich fantasiereicher Kinderfilm für die ganz Kleinen unter uns, der mit seiner schönen und gewaltfreien Geschichte, den wunderbaren Ideen, sowie einer richtig hübsch geratenen Inszenierung, vollkommen überzeugen kann. Die gute Botschaft von Freundschaft und Verständnis wird hier zudem nicht mit der Moralkeule eingetrichtert, sondern optimal, durch die filmischen Geschehnisse, übertragen. Für Größere ist das Ganze freilich viel zu simpel konstruiert, doch für die Zielgruppe der 3-8 Jährigen gibt es heutzutage sicher kaum bessere Filmunterhaltung. Wer mit seinen Kiddies also mal wieder einen Filmnachmittag plant, der sollte sich "Lauras Stern" nicht entgehen lassen!

Wertung: 7,5/10 Punkte

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