Review

Hausu
(Rapid Eye Movies)

Wenn man sich als Zuschauer fragt, welche bewusstseinserweiternden Drogen die Beteiligten dieses Filmes konsumiert haben, einem die schril-len Farben, die durchgeknallte Optik und der unfassbare Einfallsreichtum an surrealen Momenten fast den Atem raubt, dann kann man eigentlich nur von Hausu sprechen, einem Film, der dem japanischen Publikum 1977 zeigte, was echte Pop Art ist. Knapp dreißig Jahre später wird diese Film-Perle unter dem Begriff Nippon Classics von dem hervorragenden und vor allem mutigen Kölner Label Rapid Eye Movies in einer tollen Aufmachung auf das deutsche Publikum losgelassen.
Zur Story kann man nur sagen, lasst euch nicht täuschen! Das 16 jährige Mädchen Oshare (Kimiko Ikegami) hat den Tod der leiblichen Mutter noch nicht ganz verwunden, da stellt ihr der Vater seine neue Geliebte und zukünftige „neue“ Mutter vor. Traumatisiert flüchtet sie mit ihren sechs, teils sehr nervigen weil dauerkichernden und gibbelnden Freun-dinnen (welche so tolle Namen haben wie etwa Kung Fu, Melody oder Fanta) zu ihrer Tante. Diese ist an den Rollstuhl gefesselt und freut sich, endlich mal Besuch zu kriegen. Die Mädels benehmen sich dann auch sofort, wie sich pubertierende Mädels eben benehmen, sie putzen dass Haus der Tante, kaufen ein und kichern dabei viel… Plötzlich häufen sich merkwürdige Vorfälle, und die Tante wird immer fitter, kann wieder laufen, und benimmt sich immer komischer.
Erinnerungen werden hier wach; erinnert das mysteriöse Haus und sein wirsches teils sehr grobes Treiben extrem an den guten alten Evil Dead – Tanz der Teufel, liefert die extreme Farbsymbolik und die ungewöhnli-che Ausleuchtung des künstlichen Sets mehr einen Eindruck eines über-drehten Suspiria. Die schnellen Schnitte und psychedelischen Spielereien mit gezeichneten Animationen, überstrahlenden Farben, gesampelten Stimmen und so weiter erinnern an Oliver Stones Natural Born Killers. Aber, bis auf Suspiria sind alle genannten Filme nach Hausu entstan-den!!! Doch ist dieser Film nicht etwa nur ein feiner Gruselstreifen, nein, außerdem ist noch Musical, Komödie, klassischer Tanzfilm, liefert einige Slapstick-Passagen a´la Stan und Ollie und bringt einem einen psychede-lischen Yellow Submarine – Style auf den Bildschirm. Wow!!!
Das Ganze wurde technisch einwandfrei auf DVD gebannt. Es ist er-staunlich, was aus dem doch recht alten Material alles rausgeholt werden konnte! Der Ton ist im japanischen Original im 2 – Kanal -Ton mit deutschen Untertiteln, an Extras bietet diese Veröffentlichung den Filmtrailer, eine Bildergalerie und eine Rapid Eye Movies - Trailershow.
An dieser Stelle möchte ich noch allen Beteiligten aus dem Hause REM für die besonders gute Zusammenarbeit danke!

CFS

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