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Nach dem Tod seiner Mutter (Ashley Crow) bleibt der kleine Mark (Elijah Wood) bei der Familie seines gleichaltrigen Cousins Henry (Macaulay Culkin), weil sein Vater (David Morse) dringend geschäftlich verreisen muss. Zunächst verstehen die beiden Jungen sich prächtig; doch bald schon entdeckt Mark hinter der braven Fassade seines Cousins entsetzliche Abgründe. Als er sich Hilfe suchend an seine Gasteltern wendet, offenbart Henry sein wahres Gesicht…

Joseph Ruben ist ein Schweiß treibender, konsequent zu Ende gedachter Thriller gelungen, der gerade im Entwurf der Welt der Kinder Könnerschaft beweist. Henrys unwahrscheinliche psychopathische Brillanz in Wort und Tat wird freilich nur als Genremuster erklärlich, das Ruben seinem kleinen Teufel übergestülpt hat. Der anfangs als das absolut Böse eingeführte Henry, der keiner tieferen Motivation für seine Untaten bedarf, wird leider am Ende zum eifersüchtigen Sprössling mit Aufmerksamkeitsdefizit trivialisiert. Schade auch, dass er nicht als Zerrspiegel realer familiärer Abgründe angelegt ist, sondern den Zuschauer eher mit grenzwahrscheinlichen Was-wäre-wenn-Konstellationen übertölpeln soll.

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