Review

Kinderstar Macaulay Culkin ist endlich mal als Bösewicht in diesem US-amerikanischen Thriller von 1993 zu sehen, was weitaus besser funktioniert, als ich es erwartet bzw. befürchtet hatte. Ein psychologisch raffiniertes Ekelpaket, dem man am liebsten den Hals umdrehen würde und der es geschickt schafft, seinen von ihm drangsalierten Cousin ständig als Spinner dastehen zu lassen. Die daraus resultierende Verzweiflung und Ohnmacht des Cousins, gespielt von Elijah Wood, hätte allerdings für meinen Geschmack gerne um einiges deutlicher dargestellt werden dürfen. Weitere Schwachpunkte des Films sind meines Erachtens der ziemlich flache Erklärungsversuch für Henrys Verhalten - für einen Psychothriller ist das zu wenig und für einen Horrorfilm zu viel. Der finale Showdown fällt dann letztendlich so dermaßen übertrieben nach altbewährter Hollywood-Manier aus, dass ich es als nun wirklich etwas zu dick aufgetragen empfinde. Zugute halten muss ich Joseph Rubens Werk aber die gelungene Dramaturgie, die keinerlei Langeweile aufkommen lässt und somit ein durchaus unterhaltsamer, spannender Thriller herauskam, dem es lediglich etwas an Tiefgang oder eben Härte mangelt - je nachdem. So bleibt der Charakter Henrys etwas halbgar.

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