Nicht wirklich bedeutend, aber auch nicht schlecht präsentiert sich Ex-Kevin Darsteller Macauley Culkins Abgesang an seine Kinderkarriere, der Thriller „Das zweite Gesicht“.
Culkin darf hier endlich mal richtig auf die Kacke hauen, als psychopathischer Sohn einer ach so lieben Familie, in die der junge Mark (Elijah Wood) nach dem Tod seiner Mutter kommt. Sein Dad muß weg, deswegen bleibt er für eine Weile bei seiner Tante, doch sein Cousin denkt sich zunehmend makabere Spiele aus, die bald Menschen gefährden.
Was den Film eben nicht überdurchschnittlich macht, ist seine klassische Vorhersehbarkeit, denn man kann schon bald ahnen, wer hier der Bad Guy ist. Von da an rutscht der Film von einer Bedrohung durch Culkin in die nächste, während Wood zunehmend die Muffe geht.
Alles weitere gerät nach Schema F. Die Eltern kriegen nichts davon mit, die Schwester muß beinahe auch dran glauben (eine beeindruckende Szene rund um einen Einbruch ins Eis) und die Schlinge zieht sich bald auch um Marks Hals zu, denn der Kleine ist ein eiskalter Soziopath.
Daß so etwas nie jemand bemerkt hat in unseren aufgeklärten Zeiten, ist verwunderlich, aber die mit viel Drive angerührten Spannungsszenen halten einen bei Laune, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Bogen überspannt wird.
Zum Ende hin geht alles aber etwas zu schnell, als der Wind sich bei den Eltern dreht und das ein um die Aufmerksamkeit seiner Eltern buhlender Sohn im Affekt auch seine Mutter umbringt, ist eher unwahrscheinlich.
Immerhin präsentiert uns der Höhepunkt eine schön fiese Pointe, deren Ausgang zwar vorhersagbar ist, die aber dennoch hübsch konsequent rüberkommt. Verraten sollte man die aber nicht vorher.
Insgesamt ist das brauchbarer Durchschnitt, durch die gute Inszenierung aber knapp darüber. Und wie wenig Klein Kevin wirklich spielen konnte, beweist sogar dieser Film, in dem ihn der spätere „Frodo“ Wood locker an die Wand spielt. Und der hatte die dröge Rolle des Guten. (6/10)