Review

9 1/ 2 Wochen
Gesehene Version: DVD 4010232006950

Inhalt:Der Manager John (Mickey Rourke) trifft die Galeristin Elizabeth (Kim Basinger) zum ersten Mal in einem asiatischen Laden in New York und ist zugleich fasziniert von ihr. Bei einem weiteren zufälligen Zusammentreffen auf einem Wochenendmarkt verabreden sich die beiden zu weiteren gemeinsamen Dates bei denen sie viel Spaß haben. Bei einem Mittagessen, auf dem Jahrmarkt und schließlich endet die Szene in einer kleinen Fischerwohnung eines Freundes von John, erobert er das Herz der kürzlich geschiedenen Elizabeth. Von nun an beginnt ein erotisches Spiel zwischen den beiden. Im Laufe dieser Zeit lässt sich die Galeristin immer mehr in die passive Rolle drücken, zwar fasziniert, aber auch unsicher. Schließlich legt Sie ihre Schüchternheit ab und macht alle Rollenspiele mit, die Ihr der Manager vorgibt. Als sie bei dem Maler Mr. Farnsworth vorbei schaut um die letzten Angelegenheiten für die Ausstellung zu besprechen. Bei einem Gespräch beginnt sie nun zu begreifen in welche Abhängigkeitssituation sie geraten ist. Die Beziehung der beiden Großstädter zerbricht.  

Charakteristik:
Der Film zeigt zu Beginn New York aus der Sicht des Regisseurs, im Mittelpunkt die Frau mittleren Alters Elizabeth die durch die Straßen spaziert. So sieht man Leute die Joggen, die langen Straßen, einen Penner, eine Afroamerikanische verständnislose Frau mit Hund und ein weißer Mann, der einen schwarzen Mann hinterher rennt. Im Hintergrund läuft 80er Jahre Pop, sofort zu erkennen. Dieser Blick zeigt eher die „dreckigen“ Seiten einer großen Stadt, in der sich eine Frau alleine bewegt. Neben all den ganzen Geschichten und Ereignissen, die so bei einem Spaziergang eben passieren können rückt nun die Geschichte von Elizabeth Zunehmens in den Mittelpunkt. (…)Auf einem Flohmarkt beobachtet er Sie schließlich, wie sie einen Schal wieder zurücklegt, sich dem Reggea – Rhythmus anpasst. An einem Stand schließlich schleicht er sich von hinten an und sagt, dass er sie immer nur Hühnchen kaufen sieht, woraufhin sie etwas verlegen entgegnet „und sie, sie lächeln mich immer nur an.“ Dies gefällt ihm sichtlich und der erste Kontakt wäre geschaffen. Sie treffen sich in einem Restaurant zum Mittagessen. Danach packt John den Schal aus „erinnerst du Dich daran“ woraufhin sie nur antwortet „John“. Sie sagt diesen Namen in einem ungläubigen, verlegenem Ton, sie lehnt sich etwas nach vorne und genießt es sich von John in den Schal hüllen zu lassen. (…) Noch ist sie etwas unsicher, aber dennoch erotisch fasziniert. „Sagen sie nachher nicht, ich hätte sie nicht gewarnt“. Und sie begibt sich in die offenen Hände dieses Mannes und besucht die spartanisch in Schwarz und Metall eingerichtete Wohnung. (…) „ Das hier habe ich für Dich gekauft“ und legt dies auf den weiter entfernten Couchtisch. Sie entgegnet: „Warum gibst Du es mir nicht einfach?“, daraufhin er „weil ich gerne sehe wie Du Dich bewegst“, und er lächelt nur unschuldig. Hier hatten Sie schon die erste Stufe der Unterwürfigkeit hinter sich. Nun beginnt die nächste Stufe. Mit der Hilfe eines Geschenks möchte er ihr Vertrauen in ihm stärken, sie erfreuen. „Na gut“ – „mach es auf“ folgt im knappen befehlenden Ton. Eine goldene Uhr die sie wundervoll findet. „Weißt Du eigentlich dass man es geschafft hat mit dem ticken einer Uhr zu hypnotisieren, weißt du das?“ Und sie spielt mit, gar nicht bemerkend dass Sie hypnotisiert ist vom überlegenen lächeln, von der Aufmerksamkeit die er ihr schenkt und dem Gefühl der Geborgenheit dass er ihr vermittelt. Er weckt sie morgens auf, wird sie anziehen, sie füttern, sie waschen wollen und aus dem anfänglichen „it´s just a feeling“ wird eine tiefe Obsession. Vermeintlich glaubt sie „slave to love“ zu sein und scheint glücklich zu werden, doch die Spielchen werden immer bizarrer und die Kontrolle über ihr Leben wird immer geringer.  

Kritik:
Der Regisseur Adrian Lyne beschäftigt sich nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal mit dem Thema Beziehung, außergewöhnliche Liebschaften oder gar verwerflich, manipulative Kombinationen. Dies ist auch in diesem Film von Ihm der Fall. Dabei arbeitet der Verantwortliche mit vielen Metaphern und Nebendarstellern, die zwei Aufgaben erfüllen. Zum einen führen Sie eine Geschichte fort und erklären, zum anderen zeigt er damit den Zuschauern wie unwichtig sie sind, wenn man einmal Gefangen ist im Bann der blinden Liebe. So gibt es zum Beispiel den Botenjungen, der wild tanzend die Rosen überbringt. Womöglich eine Metapher für die heißen, wilden Gefühle von Elizabeth, jedoch sieht sie ihn nicht einmal. Die Arbeitskollegin und Mitbewohnerin Molly, die leicht sexistisch ist und schließlich mit ihrem geschiedenen Mann schläft. Jedoch lässt das Elizabeth kalt und sie wird noch viel mehr sexistischer, als sie ihrer Freundin vorwirft. Ansonsten scheint Herr Lyne einen Fabel für Katzen, Hunde und Bilder zu haben. Eine Perserkatze, Sinnbild für die außergewöhnlich, kreative Frau. Dies ist ja auch durchaus passend. Jedoch der Besuch mit eines Kunstinteressierten, zusammen mit seinem Hund ist etwas skurril inszeniert, hat einen gewissen Witz, der aber nicht weiter fortgeführt wird, schade eigentlich. Doch leider zeigt es nur wieder wie unwichtig diese Szene für diesen Film ist. So wie auch John kein Interesse am Alltag Elizabeths hat. Und das Gefühl bekommt man auch als Zuschauer vermittelt, nicht nur in dieser Füllszene. Zuletzt in einer Gefahrensituation, als eine Katze eine Ratte gefangen hatte, kurz bevor die beiden in eine Sackgasse laufen. Dies ist ein netter Nebenaspekt, der für den filmisch interessierten sicherlich interessant ist. Ansonsten konzentriert sich alles auf die erotische Handlung. Der Zuschauer wird zum Voyeur. Dies sind zugleich die größten Stärken des Films. Die abwechslungsreichen, gut erotisch inszenierten Szenen haben eine hohe Optische Qualität. Allerdings liefert der Regisseur nur die Bilder, spartanische Dialoge. Da sind die zwischendurch eingespielten Lieder noch erklärender als jedes einzelne Wort. Er ist ein Überbringer einer Fantasie, seiner Fantasie von einer Beziehung in der eine Frau und ein Mann in ein Rollenverhältnis fallen. Jedoch bleibt eine Frage offen, warum? Und deshalb bleibt der Film auch nur ein kurzweiliger optischer Schmaus, in dem vor allem Mickey Rourke eine überzeugende Rolle spielt. Er versucht mit Metaphern und Bildern, gegensätzlichen Positionen und menschlichen Verwerfungen, der Neugier dieser und zwielichtigem Licht zu spielen. Dies gelingt ihm sehr gut. Allerdings ist der Plot um die voyeuristische Geschichte herum wenig sinnvoll inszeniert und kann keinesfalls als unterstützend gesehen werden. Somit wartet man nur auf die nächste heiße Szene die die Motivation hebt den Film dann doch weiter zu schauen.  

Technischer Hinweis:
Die DVD ist soweit ich das beurteilen kann eins zu eins von der Videokassette kopiert, also mit den gleichen bildlichen und Soundtechnischen Schwächen nach heutigem Maßstab. Allerdings finde ich das eher lobenswert und positv, da somit ein Stück Authentizität erhalten bleibt für den Stil damaliger Zeit. 

Fazit:
Einmaliger Voyeur spaß

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