Review

Als dieser Film 1992 gedreht wurde, waren die amerikanischen „Stealth Fighter“ (= aufgrund ihrer Konstruktionsbeschaffenheit fürs Radar fast nicht zu erkennende (nahezu „unsichtbare“) Kampfflugzeuge) in der Öffentlichkeit noch nicht allzu sehr bekannt, und genau so werden sie in „Interceptor“ auch dargestellt – als Experimentalmaschinen, welche in diesem Fall zusätzlich noch mit einem „Virtual Reality“-Helm ausgestattet wurden. Heutzutage ist ihre Existenz schon lange kein Geheimnis mehr – vor allem das hier zum Einsatz kommende Modell „F-117-A“ kennt man u.a. aus den Berichterstattungen über die Golfkriege, weshalb man sich eventuell damals (also nach dem „ersten“ Krieg im Irak) dafür entschied, jene Typenbezeichnung anstelle von „Interceptor“ für den deutschen Titel auszuwählen.

Diese in der Zwischenzeit geschehene „Entmystifizierung“ raubt dem Film etwas von seinem Reiz, doch selbst unabhängig davon, also Rückwirkend (aus heutiger Sicht) betrachtet, erscheint die Inszenierung erfischend altmodisch, denn man wird nicht mit (derweil) B-Film-typischen (also mehr oder minder überzeugenden) „CGI“-Flugzeugen konfrontiert, sondern mit einer Kombination aus Modellen und militärischem Archivmaterial, was auf diese Weise recht gut funktioniert – selbst wenn man bei genauerem Hinsehen einige Drähte erspähen kann, an denen die Modelle aufgehängt wurden...

Aber erst einmal zur Story: Beim Testflug eines F-117-A-Kampfjets im Norden der Türkei treten bei der Erprobung des neuen „VR“-Helms, welcher einer effektiveren Nutzung des Flugpotentials sowie der Waffensysteme dienen soll, unerwartete technische Probleme auf – die Maschine gerät außer Kontrolle, worauf sich der Pilot, Capt.Christopher Winfield (Andrew Divoff aus „Wishmaster“ oder „Faust“), gerade noch per Schleudersitz retten kann, bevor der teuere Prototyp am Boden zerschellt.

Um den Vorfall aufzuklären, wird er kurz darauf in die USA zurückbeordert, um vor einem Untersuchungsausschuss auszusagen – zu diesem Zweck setzt man ihn in eine Transportmaschine gen Heimat, in der gleichzeitig auch zwei F-117-Maschinen überführt werden. Beim Luft-zu-Luft-Betanken über Australien entern jedoch Terroristen über die dabei geschlossene Leitungsverbindung das Flugzeug – ihr Anführer (Jürgen „das Boot“ Prochnow) hat es auf die beiden Stealth Fighter abgesehen, doch natürlich hat er seine Rechnung ohne den zusätzlichen Passagier (nein, er sitzt nicht auf Platz „57“!) gemacht...

Fortan entbrennt ein Kampf zwischen den Terroristen und Chris im Inneren des Flugzeugs, wobei letzterer zusätzlich noch bei seinen Bemühungen von der tapferen Pilotin Maj.Janet Morgan (Elisabeth Morehead – „Five Aces“) unterstützt wird. Gegen Ende droht die Transportmaschine schließlich aus Kerosinmangel abzustürzen, worauf die beiden (Haupt-) Gegenspieler (natürlich!) ihre Auseinandersetzung in den Kampfflugzeugen fortführen...

Die Story war schon damals, also bei Erscheinen des Films, recht verbraucht, denn sie kommt nur als eine weitere „Stirb Langsam“-Variante a la „Passanger 57“ oder „Executive Decision“ daher – doch in diesem Fall wurde sie wenigstens mit einigen Luftkampf-Actionszenen aufgepeppt. Letztendlich bewegt sich die Inszenierung auf routinierten Pfaden, ist aber keinesfalls frei von Makel (wie bereits oben beschrieben).

Leider fallen zudem noch etliche Logikfehler (z.B. wie leicht es den Terroristen gelingt, das eigentliche Tankflugzeugs abzukommandieren), Stereotypen („selbstverständlich“ befindet sich ein Verräter unter der Crew) sowie Klischees en Masse negativ ins Gewicht, die sich durch den gesamten Filmverlauf ziehen – bis hin zur hochgradig lächerlichen Schlußsequenz, in welcher Chris den Jet einfach mal in der Wüste landet und im Anschluss die zuvor per Fallschirm aus der Transportmaschine abgesprungene Janet endlich küssend in die Arme schließen kann...

Die Besetzung ist für eine Produktion dieser Art vollkommen in Ordnung: Elizabeth Morehead („Terminator 3“) spielt die toughe Pilotin überzeugend, Andrew Divoff („Adrenalin“) wurde entgegen seines Bad-Guy-Images als Held besetzt und gibt dabei eine gar nicht mal so schlechte Figur ab. Jürgen Prochnow beherrscht diesen Rollentypus natürlich schon im Schlaf, spielt den Bösewicht aber ein erneutes Mal glaubwürdig.

Fazit: Es gibt wesentlich schwächere, langweiligere und ideenlosere „Stirb Langsam“-Klone bzw -Varianten da draußen, und so bietet „Interceptor“ wenigstens kurzweilige Unterhaltung auf einem soliden B-Film-Niveau … 5 von 10.

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