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Mittelalterfilme, gar Komödie sind nicht mein Ding. Selbst "Ritter der Kokosnuß" fand ich nur bedingt lustig. In diesem Film aus der Decamerone-Welle, die Italien 1972/73 erfaßt hat, gibt es nur wenig originelle Gags, zumeist handgreiflicher oder wortspielerischer Art. Warum also besprechen oder überhaupt ansehen? Edwige Fenech und Karin Schubert sind zwei gute Gründe, ob sie gut genug sind, sei jedem überlassen. Die beiden Schauspielerinnen haben 1967/68 ihr Leinwanddebüt gegeben, haben hier also schon 5 Jahre Erfahrung, wirken aber dennoch taufrisch. Sie werden geschickt in Szene gesetzt, gerade soviel daß der Sehappetit nicht vorzeitig gesättigt wird. Die beiden, eine davon heißt im Film Ubalda, sind Nachbarinnen und ihre Männer zerstritten. Im übrigen sind die Frauen hinter fremden Männern her und die Männer hinter Frauen, dabei aber furchtbar eifersüchtig. Das ist eigentlich schon alles an Handlung. Außerdem gibt es einen Mönch, der öfter ans Ziel kommt als die umtriebigen Männer, die sich gegenseitig immer ein Bein stellen. Anfangs zieht sich der Film etwas, dann gewinnt er ein bißchen an Fahrt, ein Knaller wird er nicht. Die Leitmelodie ist gut gelungen, wird aber ein bißchen häufig eingesetzt. Die Landschaft, Kulissen, Kostüme, Mittelalteratmosphäre sind zwar nicht unbedingt historisch authentisch, aber dem Auge gefällig. Ein Film den man sich durchaus mal ansehen kann. Man versäumt aber auch nicht viel, wenn man es nicht tut. Noch ein Wort zur DVD-Edition: sehr gelungen, mit einem sympathischen Interview mit Edwige Fenech (spricht u.a. über ihre Bekanntschaft mit Federico Fellini und Quentin Tarantino, und sieht blendend aus) und Trailer ihrer "L´Insegnante"-Filme.

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