Harter, aber nicht wirklich überragender Abschluss der fünfteiligen „Kickboxer“-Saga, der zudem wenig mit den Vorgängern zu tun hat.
Einziger Bezug den anderen Filmen der Serie ist der Verweis auf David Sloan, den man hier allerdings nicht zu sehen bekommt. Dieser weigert sich der Kickbox-Liga von Mr. Neegal (James Ryan) beizutreten und wird dann dafür erschlagen. Das sieht man in einer Schattenspielszene während des Vorspanns, was ganz nett gemacht ist, aber wohl nur verbergen soll, dass man Sasha Mitchell, den Darsteller von David Sloan, nicht mehr kriegen konnte.
Als neuen Champ präsentiert „Kickboxer 5“ dann Matt Reeves (Mark Dacascos), einen Meister seines Faches und dann noch mit edler Gesinnung: Er hat sich weitestgehend aus dem Kämpfen zurückgezogen, gibt sein Wissen nur noch an Kinder weiter und befreundeten Kämpfern vor ihren Fights Mut. Wie es das Klischee des Kampfsportfilms es natürlich so will, muss man derartige Leute erst durch persönlichen Verlust zu etwas bewegen und so wird hier ein Kumpel Matts ermordet, als er sich ebenfalls weigert in Neegals Verein einzutreten.
Von da an will Matt Rache und gerät dadurch selbst in Gefahr, doch vorerst hat er Glück: Der auf ihn angesetzte Paul Croft (Geoff Meed) weigert sich ihn zu töten. Als sich beide auf dem Flug nach Südafrika, wo Neegals Versteck liegt, wieder treffen und bald Neegals Killer auftauchen, müssen sie wohl oder übel zusammenarbeiten…
Kristine Peterson versteht sich für B-Verhältnisse recht gut aufs Inszenieren und holt soviel aus der schlappen Story raus wie möglich. Denn durch die flotte Machart kann „Kickboxer 5“ doch Kurzweil bieten und langweilt nicht, obwohl die Geschichte nicht gerade spannend ist. Echte Ermittlungsarbeiten durch Matt und Croft gibt es nicht, stattdessen prügeln sie sich nur von Hinterhalt zu Hinterhalt, bis sie dann allen fiesen Subjekten die Fresse poliert haben. Hier liegt auch die größte Schwäche des Films: Auch wenn zwischen Kampfszenen nicht unbedingt Langeweile angesagt ist, so können diese Passagen nicht im Geringsten fesseln. So wird die Möglichkeit von Buddy-Atmosphäre zwischen Matt und Croft nie so richtig genutzt und die beiden werfen sich nur wenig pointierte Sprüche an den Kopf.
Das ist schade, denn was die Kämpfe angeht, kann „Kickboxer 5“ doch schon was bieten. Vor allem Mark Dacascos hüpft, kickt und boxt mal wieder wie ein junger Gott, zeigt spektakuläre Moves und arbeitete bei seinen Kampfszenen auch als Fight Choreograph an dem Film mit. So sind die seine Kämpfe auch klar die Highlights, aber auch die restlichen Auseinandersetzungen sind meist schick in Szene gesetzt und können zumindest Actionfans ansprechen. Überraschend hoch ist der Härtegrad des Films, denn hier werden Fieslinge schon mal in Brand gesteckt, Matts Kumpel bekommt das Rückgrad gebrochen oder Gegner werden im wahrsten Sinne des Wortes totgeschlagen.
Mark Dacascos zeigt auch hier, warum man ihm später Rollen in „Crying Freeman“ und „Pakt der Wölfe“ gab, denn seine Darbietung gehört zu den besseren Leistungen im B-Bereich. James Ryan ist als Fiesling leider etwas stereotyp und klischeehaft, aber Geoff Meed gibt dafür eine überzeugende zweite Geige ab. Auch die Nebendarsteller sind für einen B-Film in Ordnung; da gibt es in diesem Bereich wesentlich schlechteres.
Dem Actionfan werden in „Kickboxer 5“ mal wieder furiose Fights von Dacascos geboten – doch bei der schlappen Story und dem Spannungsmangel ist das Ergebnis bloß Durchschnitt.