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Kurz zur Story: Ein paar Menschen mutieren durch radioaktive Strahlung zu bluttrinkenden Wesen und attakieren daher die Bewohner einer Stadt. Das Militär und ein Reporter versuchen der Gefahr Einhalt zu gebieten.

Tja, die Stärke lag und liegt bei Zombiefilmen nunmal nicht in der Story und auch in diesem Werk von Umberto Lenzi ist das nicht anders, wobei man sagen muss, dass es sich bei den Wesen hier nicht um Zombies im klassischen Sinne handelt. Zum einen sind sie keine Untoten, sondern mutierte Menschen und zum anderen sind sie im Gegensatz zu ihren Vorbildern keine Lahmärsche, sondern können sich sehr flink bewegen und sind zudem mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet, die sich z.B. durch geplante Aktionen und Organisation und durch den Einsatz von Waffen aller Art ausdrückt.
Diese Idee ist dann auch schon die stärkste des Filmes, denn dadurch sind die (ich nenne sie trotz des nicht ganz korrekten Begriffes) Zombies sehr bedrohlich und dienen nicht wie in anderen Genrebeiträgen als Kanonenfutter für gezielte Kopfschüsse.
Ansonsten plätschert die maue Story vor sich hin und die einzelnen Stränge wirken stellenweise lieblos aneinandergereiht. So gibt es Zombies am Flughafen, Zombies im Fernsehstudio, Zombies im Krankenhaus, ein campendes Paar, eine künstlerisch begabte Frau und Besprechungen des Miltärs. Teilweise fühlt man sich an kleine Kurzfilme erinnert, die nur durch das Oberthema Zombies zusammengehalten werden.

Nunja, immerhin gibt es einige ansehnliche Zombieaktionen, in denen der Lebenssaft recht ordentlich fließt. Es artet zwar niemals so sehr aus, wie beispielsweise in den Beiträgen von Herrn Lenzi zum Kannibalengenre, aber ein rausgepuhltes Auge hier und eine abgeschnittene Brust da ist schon mal drin. Die Effekte hierbei gehen absolut in Ordnung, wobei man aber bei den Zombie-Make-ups an sich geteilter Meinung sein kann. Manch einer dieser Wesen mit Gesichtsverbrennungen im höheren Stadium erinnert schon stark an den guten alten Melvin, besser bekannt unter dem Namen Toxic Avenger.

Die Darsteller finde ich nicht sehr prickelnd und selbst bekannte Namen wie Hugo Stiglitz und Mel Ferrer (bei uns übrigens von Horst "Harry, fahr schon mal den Wagen vor" Tappert synchronisiert) liefern keine guten Leistungen ab.

Bei der in meinen Ohren gelungenen musikalischen Untermalung sind gewisse Ähnlichkeiten zu dem großen Vorbild von George A. Romero nicht zu überhören, wobei ich mich aber auch an die Melodien aus "Dämonenkiller" (der Hörspielreihe von Euopa) erinnert fühlte, aber ich denke, dass diese den Komponisten nicht bekannt sein und daher keine böse Absicht vorliegen dürfte.

Ansonsten kann man diesen Film als partytauglich bezeichnen, denn neben den eingestreuten Bluteinlagen gibt es viele, herrlich schlechte Dialoge, bei denen die geringste Reaktion Schmunzeln sein dürfte. Mein Highlight ist die Stelle, an der sich zwei Frauen unterhalten. Ich zitiere: "Im Radio haben sie durchgesagt, man soll sich einsperren und alle Fenster und Türen fest verschließen. Sie sagten, vor allem die Kellerfenster soll man nicht vergessen! Hast du gehört?" - "Was hast du gesagt?" - "Dass man die Kellerfenster nicht vergessen soll!" - "So etwas dämliches, genau die hab ich vergessen!".

Trotz der vielen Angriffspunkte, die der Film bietet, ist insgesamt doch ein unterhaltsamer und gerade in Hinblick auf die Darstellung der Wesen ein ungewöhnlicher Zombiefilm herausgekommen, den man sich als Liebhaber des Genres auf jeden Fall zu Gemüte führen kann. Außerdem ist allein schon das unverschämte Ende einen Blick wert!

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