Großangriff der Zombies: der Titel verrät schon alles. Wir haben es hier nicht scheinbar, oder auch nur anscheinend, sondern hundertprozentig mit echtem Trash zu tun! Ist es witziger Trash? Eher nicht! Ist es unterhaltsamer Trash? Eher schon!
Die Story um die nuklear verseuchten Irren, die mit Flugzeugen in der nächsten pseudoamerikanischen Stadt landen (der Film wurde so sicher nicht in Amerika gedreht, wie ich keine 2,20 bin!), um jeden Menschen, dem sie habhaft werden, um die Ecke zu bringen, um dessen Blut zu saufen, ist eigentlich ganz passend. Der Gore-Gehalt ist höher als ich gedacht hätte, und die Darsteller sind auch besser als der Titel vermuten lässt – aber nicht viel besser.
Die Idee, dass die untote Gefahr schnellfüßig ist, ist uns nach „28 days later“ und dem „Dawn-Remake“ nicht neu, diesem Film hier muss man sie aber anrechnen, denn er stammt aus dem Jahr 1980, wo die Zombies gängiger Weise noch vor sich hin watschelten.
Und hier komme ich zum zentralen Punkt meines Reviews: Der Film hat einige nette Einfälle, die ihn vom gängigen 80er Zombie-Trash ein wenig abheben. Die Zombies sind schnell, sie sind einfallsreich (Stichwort „Return of the Living Dead“ oder brandaktuell, „Land of the Dead“) und sie sind zur Abwechslung mal echt gefährlich. Ganz im Gegensatz zu den grottenschlechten Fulci-Filmen und Fulci-like Filmen à la Abfall wie „Woodoo – Schreckensinsel der Zombies“ oder „Zombie Holocaust“. Bei jenen Machwerken wird billigst bei Romero geklaut, die Zombies sind stinklangweilig und die Darsteller schlechter als Tarzan beim Schach. Ich meine, entweder man steht auf Trash oder nicht, aber wenn man dafür ein Faible hat, dann ist der Großangriff definitiv besser als ein lächerlicher Romero Abklatsch wie Woodoo. Völlig egal, ob der etwas mehr Gore enthält, er ist eher Müll als „Großangriff der Zombies“!
Die Musik ist dafür wieder unterste Kajüte; billigste Woolworth-Fahrstuhlmuke muss herhalten, um die Blut schleckenden Mutanten akustisch zu untermalen. Naja, das waren leider die Gepflogenheiten und Konventionen für B-Horrorfilme in den Siebzigern. Von einem Romero ist dieser Film eben ebenfalls meilenweit entfernt. Ach was, allein der Vergleich ist lächerlich!
Wenn man auf witzigen Trash steht, würde ich eher den 1987er „Street Trash“ oder den 2003er „Monsterman“ empfehlen. Wenn aber der Spaß am (absichtlichen oder unfreiwilligen) Humor keine große Rolle spielt, dann ist der Großangriff vielleicht einen Blick wert. Ich meine, das Make-up ist freilich übel, aber es ist nicht so übel, dass man irgendwie herzhaft darüber lachen könnte. Souverän wird hier zwar bei den Großen Ideenklau betrieben, aber eben unter der Zugabe von eigenen gedanklichen Mustern. Jo, irgendwie doch erfrischend das Ganze – zu wissen dass es vor 25 Jahren auch kreativere Streifen gab! Wie gesagt, das heißt ja nicht, dass das hier wirklich gut ist, aber halt wirklich besser als so ein Schund wie „Woodoo – die Schreckensinsel der Zombies“. Das einzige was die beiden Filme womöglich vereint, ist ihr grenzdebiler deutscher Titel.