Review

Umberto Lenzis eigene Interpretation eines Angriffs durch Untote. Natürlich inspiriert durch George A. Romero wurde der Markt in dieser Zeit mit Zombiefilmen überflutet. Meistens unterdurchschnittliche Ware, wozu auch "Großangriff der Zombies" zählt. Trotzdem wird er unter den Italofans als Kult gehandhabt und ehrlich gesagt, einen gewissen Unterhaltungswert kann man diesem Horrorfilm nicht absprechen. Gut finde ich, dass die Untoten hier keine lahmen Krücken sind und auch was in der Birne haben. Dafür ist das Make up unter aller Sau. Als ob man den Darstellern eine Pizza in die Fresse gehauen hätte. Und ansonsten hält man sich strikt an die üblichen Zombieklischees.
Eine große Gaswolke ist aus einem Atomforschungszentrum entwichen. Kurz darauf landet eine Militärmaschine auf dem Flughafen. Reporter Dean Miller (Hugo Stiglitz) muss mitansehen, wie aus dem Flugzeug eine Horde Wahnsinnige über die Flughafenpolizei herfällt. Der Anfang einer Katastrophe, denn immer mehr Menschen verändern sich, gehen auf ihre Mitmenschen los. Major Warren Holmes (Francisco Rabal) und General Murchison (Mel Ferrer) versuchen Herr der Lage zu werden, doch vergeblich. Währenddessen werden Dean und seine Frau Anna (Laura Trotter) von Untoten gejagt.

Im Grunde genommen gehen hier keine Zombies auf Menschenjagd, sondern radioaktiv Verseuchte. Und die gurken nicht, oder stöhnen in der Gegend herum, sondern sie denken wie wir Menschen und bewegen sich genauso schnell. Auch töten sie nicht durch Bisse, sondern mit Schusswaffen, Messern oder Knüppeln. Ihre Opfer werden erschossen, bestialisch erstochen, oder bekommen in Nahaufnahme die Kehle aufgeschlitzt. Die üblichen Eingeweidemanschereien, oder Fressorgien hat Lenzo fast komplett weggelassen, somit konnte er eine Beschlagnahmung umgehen. Trotzdem wird kräftig gesplattert. Das Blut fließt literweise, viele blutige Kopfschüsse und der Bodycount ist wirklich sehr hoch. Ständig greifen die Untoten an, vermehren sich rasend schnell. Das schrottig Make up erwähnte ich schon, die Goreeffekte sind größtenteils in Ordnung.
Aber nicht die Darsteller. Hier bewegt man sich auf unterdurchschnittlichem Niveau, auch Mel Ferrer mit fragwürdiger deutscher Synchro. Hugo Stiglitz mit seiner scheußlichen Frisur kauft man den Helden kaum ab, auch sonst kristallisiert sich Niemand als durchschnittlich heraus. Hinzu kommen die einfallslosen Dialoge, die perfekt zur überraschungsarmen Story passen. Während selbst der Score enttäuscht, könnte man sich noch über die ländliche Kulisse positiv äussern, die in ein paar Sequenzen sogar bedrohlich wirkt. Aber der unfreiwillige Humor macht das letzte bisschen Spannung zu Nichte.

Einigermaßen unterhaltsam, aber viel mehr auch nicht. Der Plot ist fast ausschließlich geklaut, das Geschehen seltenst gruselig. Die unterdurchschnittlichen Darsteller und der unfreiwillige Humor nebst der blöden Schlusspointe sorgen für den Rest. Während das Make up nicht viel taugt, können sich die Splattereinlagen sehen lassen. Ich stelle ihn mir mit Sicherheit nicht ins Regal.

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