Review

Die 80er-Jahre, die Blütezeit der Zombie-, Splatter- und Trashfilme. Viele Klassiker erblickten hier das (Film-)Licht der Welt, leider auch Vieles, auf das man gut hätte verzichten können. Umberto Lenzis "Grossangriff der Zombies" bildet dabei keine Ausnahme.

In einem Atomkraftwerk kommt es zu einem Zwischenfall, durch welchen eine nukleare Wolke entweicht. Diese lässt Menschen binnen kürzester Zeit zu blutgierigen Bestien mutieren, die wahllos andere Leute abschlachten. Das Militär und die Regierung versuchen erst, die Situation zu vertuschen, doch auch für sie und viele Andere gibt es schon bald kein Entkommen mehr...

Zur Abwechslung sind hier mal die Strahlen Schuld, die, laut Aussage eines Forschers im Film, die menschlichen Gene umstrukturieren, ihnen Superkräfte verleihen (ja, Sie haben richtig gelesen, Superkräfte! ), dafür aber eine Abhängigkeit von menschlichem Blut erzeugen. Das unterscheidet "Grossangriff" auch von vielen anderen Zombiefilmen, wo die Bestien eher darauf aus sind, den Frauen und Männern im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren zu gehen... Was die außergewöhnlichen Kräfte angeht, so ist davon nicht viel zu sehen. Die Zombies können weder fliegen, noch haben sie andere herausragende Eigenschaften. Viel mehr sind es normale "Untote", die sich natürlich, nach guter alter Zombiemanier, nur durch einen Kopfschuss töten lassen. Infiziert werden kann man auch, blablabla. Unterscheiden tun sie sich von den gewöhnlichen, wandelnden Leichen aber auch dadurch, dass sie hier mit Messern und dergleichen anfangen zu morden, statt einfach nach dem alten Reglement kräftig zuzubeißen oder einfach so zu hetzen. Gerade dieser Punkt stört dann doch ein wenig im Film.

Zu den Charakteren: da hat man quer durch eine Palette von lauter uninteressanten Personen, die im Film vorkommen und einer nach dem anderen umgebracht werden. Das passiert dann auch so, dass man sich eigentlich gar nicht weiter drum kümmert oder gar irgendein Mitgefühl mit ihnen hat. Viel mehr wartet man dann eigentlich eher schon darauf, dass es im Film weitergeht. Die Zombies sind übrigens recht nett gestaltet und sehen mal so richtig eklig, verwest und untot aus, auch wenn sie dieses Mal komischerweise nicht den Gräbern entstiegen sind.

Die Geschichte des Films ist leider ungemein langweilig. Es kam mir nach 30 Minuten schon so vor, als hätte ich gleich das Finale erreicht, weit gefehlt. Streckenweise ist der Film leider dermaßen langweilig und unspektakulär gehalten, dass es keinen richtigen Spaß mehr macht. Wirkliche Schockmomente bleiben aus. Auch die Angriffe der Zombies sind recht uninteressant, stellenweise zwar wirklich ziemlich blutig, oft aber leider auch im Dunkeln, sodass man so gut wie gar nichts erkennt. Ein ganz klitzekleines bisschen Gänsehaut kommt bei solchen Szenen dann aber doch auf. Wenigstens die Effekte der Splatterszenen sind größtenteils eigentlich recht sauber geraten, auch wenn sie manchmal doch ein bisschen arg unecht und schlapp aussehen.

Schauspieler sind, sowohl für die Entstehungszeit, als auch das Genre des Films, natürlich nicht gerade das Gelbe vom Ei. Die Qualität befindet sich maximal beim Mittelmaß, der Zuschauer nimmt den Leuten ihre Angst aber an den wenigsten Stellen wirklich ab. Neben dem Fehlen des wirklichen schauspielerischen Talentes gibt es dann noch massenweise saudoofe Dialoge und total irrsinnige Handlungen, bei denen man doch immer wieder den Kopf schütteln muss. Da klettern zwei Menschen das Seil an einem Hubschrauber hoch, die Frau kann aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen nicht mehr und lässt los - nicht nur phänomenal unspektakulär (da gibt es mindestens 10 Filme, die daraus dann nochmal eine ganz tragische Szenerie machen), sondern auch absolut bescheuert. Die Auflösung des Films gibt dem allgemein sehr getrübten Gesamteindruck keinen wirklichen positiven Punkt mehr oben drauf.

Alles in Allem also wirklich nur unterer Durchschnitt, der zwar hier und da ganz atmosphärisch und nett ist, sich aber insgesamt doch zu sehr im Trash und Unsinn verliert. Bestenfalls was für Komplettisten und Fans.

4/10

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