Endlich mal andere Zombies!
Nicht immer nur diese lahm in der Gegend rumwankenden Nulpen, die auf Frischfleisch und Gehirn aus sind - sondern extrem flinke, von Blutdurst getriebene und zur Kommunikation fähige Zombies, die uns Onkel Umberto Lenzi hier kredenzt.
"Großangriff der Zombies" ist der vollmundige Titel, wobei das hier keine länger Begrabenen sind, die sich wieder ausgebuddelt haben, sondern an Radioaktivität verreckte Kollegen, also Untote.
Die kommen in diesem Film, nachdem eine radioaktive Wolke wohl entwichen ist, aus einem Militärflugzeug gestürmt und machen dann alles platt, was Hämoglobin in den Adern hat. Halt, außer Hunden und Katzen, man hat ja Stil. Aussehen tun die Jungs und Mädchen wie zu lang getoastet, wobei nicht so recht klar wird, wie der Kontakt mit einer Wolke radioaktive Verbrennungen hervorrufen kann.
Einige von ihnen sehen auch einfach nur angeschlagen oder blutig aus, vielleicht war das schwarze Make-Up alle.
Darüber hinaus alles beim Alten: die Zombies brauchen Blut für die Körperprozesse und ein Schuß ins Hirn löst das Problem. Nur leider zieht die Sache keiner richtig durch.
Aber darum geht's ja auch gar nicht, sondern um eine Art Gesellschaftskritik. Das unmenschliche Leben in unseren Großstädten, Anonymität, der Niedergang der Gesellschaft, Warnung vor Atomkraft - kann man alles hier unterbringen. Wenn man anspruchslos ist.
Denn ablaufen tut hier nur ein Katastrophenthriller nach Art der 70er, der statt Meteoren oder Vulkanen halt Zombies als auslösenden Moment hat.
Und so metzelt man sich durch die City, was alsbald langweilig wird, denn es reiht sich eine Kreisch-und-Metzelszene an die andere, teilweise recht blutig, aber meistens im Halbdunkel, so daß wenig davon übrig bleibt.
Zwischendurch dann einige philosophische Einschübe von einem Reporter und seiner Holden (soll wohl die Hauptrolle sein) und einigen Militärs (Mel Ferrer macht am Bodensatz seiner Karriere den Sterne-General - und seine Synchro ist...man glaubt es kaum...Horst Tappert!), die uns aber auch mehr anöden, als interessieren.
Es gibt halt keine Steigerung in diesem Film: das Gemetzel am Flughafen ist schon groß genug, dann murkst man sich durch ein TV-Studio (in dem fünf Aerobic-Tussen eine Abendunterhaltung zusammentanzen, die nur in Diktaturen Gefallen finden wird), ein Krankenhaus usw.
Die Hauptfiguren werden so nach und nach platt gemacht, wobei das letzte Drittel, am Tag gedreht, ein bißchen besser ist, weil beklemmender. Flotter Einfall auch der Showdown im Vergnügungspark, doch alle Zähne zieht die Schlußpointe, die alles erst zu einem bösen Traum macht, um dann die Geschichte noch mal zu wiederholen.
What an idea -shoot the author!
Wer will, kann sich dieses manchmal herbe Teil ja mal reinziehen, aber bei den hier mimisch eingefroren agierenden Laiendarstellern kommt leider keine Freude auf und die Ausstattung trägt auch nicht dazu bei, uns glauben zu machen, die Produktion hätte weniger als 70% ihres Budgets in die Masken und Effekte gepumpt.
Der Gesamteindruck ist überaus italienisch (der Spätsiebziger/Frühachtziger-Phase-Ramschphase), also dilletantisch, aber das mit Schmackes. (2/10)