Review

Auf einem Flughafen irgendwo auf dieser Welt, wird die Landung eines Flugzeuges mit einem Atomphysiker an Bord erwartet, mit dem der Fernsehjournalist Dean Miller ein Interview führen soll. Miller arbeitet für die Sendung "Tagesschau" (!) beim örtlichen TV-Sender "BWC". Als Miller am Flughafen ankommt, landet dort gerade eine unbekannte Transportmaschine, die sofort vom Sicherheitsdienst umstellt wird. Als sich die Türen des Flugzeuges öffnen, stürzt eine Horde blutrünstiger Zombies heraus, die in wilder Raserei den ganzen Flughafen aufmischen. Miller kann gerade noch entkommen. Er eilt zu seinem Sender, um sofort eine Sondersendung über die Ereignisse zu bringen. Sein Chef unterbricht die Sendung jedoch auf Anweisung des Militärs und lässt das normale Programm weiter laufen. Kurz darauf dringen zahllose Zombies in das Gebäude ein und mischen das Fernsehstudio auf. Miller kann erneut entkommen und macht sich auf den Weg zu dem Krankenhaus, in dem seine Frau Ann als Ärztin arbeitet. Sie will ihm seine Geschichte zunächst nicht glauben und weigert sich, mit ihm zu fliehen, als plötzlich die Zombies in das Hospital eindringen und die Patienten und Angestellten aufmischen. Anschließend mischen sie das städtische E-Werk auf, so dass ein Teil der Stadt ohne Strom ist. Während Miller und seine Frau aufs Land flüchten, ist das Militär unter General Murchison hektisch bemüht, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Man hat inzwischen entdeckt, dass die Zombies fähig sind, radioaktive Strahlung aufzunehmen und im Körper zu speichern. Dadurch erlangen sie übermenschliche Kräfte, müssen sich aber ständig mit frischem Blut versorgen, da die Strahlung ihre Zellen zerstört. Getötet werden können sie nur durch einen Kopfschuss. Die Militärs beschließen, von nun an nach "Plan H" (!) vorzugehen und die Regierung verhängt den Ausnahmezustand. Murchison will die Luftwaffe zum Einsatz bringen, doch die Zombies haben bereits den Stützpunkt aufgemischt und sich wie ein Virus über das ganze Land ausgebreitet. Miller und seine Frau haben inzwischen an einer abgelegenen Tankstelle eine kurze Rast eingelegt, doch auch hier werden sie schnell von Zombies angegriffen. Sie flüchten zu Fuß weiter und erreichen voller Hoffnung auf Zuflucht eine Kirche, aber auch hier hängt schon ein Zombie am Glockenseil. Sie flüchten weiter, doch in einem verlassenen Vergnügungspark werden sie von den Zombies in die Enge getrieben. Als sie von einer Hubschrauberbesatzung mit einem Seil an Bord gehievt werden sollen, stürzt Ann in die Tiefe. Als auch Miller abzustürzen droht, schreckt er plötzlich aus dem Schlaf! Das ganze war nur ein Albtraum! In aller Eile zieht er sich an und hastet zum Flughafen, wo er ein Interview mit einem Atomphysiker führen soll. Auf dem Flughafen landet gerade eine unbekannte Transportmaschine, die sofort vom Sicherheitsdienst umstellt wird. Die Türen öffnen sich... "E l'incubo divenne realtà / The Nightmare becomes reality"...(wie es im Abspann heißt).
INCUBO SULLA CITTA' CONTAMINATA, was soviel heißt wie "Albtraum in der verseuchten Stadt", wurde am 19.12.1980 als besondere Weihnachtsgabe in den deutschen Kinos uraufgeführt und ist alles in allem eine recht dürftige Angelegenheit. Das rudimentäre Drehbuch reiht erbarmungslos eine Zombie-Attacke an die nächste, ohne sich im geringsten um die Entwicklung irgendeiner Geschichte zu bemühen. Lenzi schneidet ziemlich wahllos hin und her zwischen Szenen, in denen die Militärs die Lage beraten, die Zombies irgendwelche Menschenansammlungen aufmischen und Szenen, in denen wir die beiden Hauptprotagonisten Miller und seine Frau bei ihrer Flucht begleiten. Dabei entsteht allerdings keinerlei Spannungsbogen und der Film zerfällt letztlich in viele Einzelszenen, die für sich genommen nur selten Spannung erzeugen. Zwischen den Attacken der amateurhaft zurechtgemachten Zombie-Darsteller plappern die Darsteller dümmliche Dialoge daher, über Umweltverschmutzung und Atomverseuchung, doch mit dieser halbherzigen Zivilisationskritik versuchen die Drehbuchautoren vergeblich, ihre spekulativen Absichten zu kaschieren. Ihr oberstes Ziel war es nämlich, möglichst viele und heftige Splatter-Szenen auf die Leinwand zu bringen, und in diesem Sinne ist der Film eine voller Erfolg. Die Zombies agieren im Übrigen vergleichsweise agil und intelligent, benutzen auch schon mal eine Maschinenpistole (!) um sich ihre Opfer zu holen oder durchschneiden Telefonleitungen, damit ihre potentiellen Mahlzeiten niemanden zu Hilfe rufen können.
Die peinliche Unfähigkeit der Produzenten, ihr Machwerk zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen (was dem Zuschauer jedoch als "originelles" Ende verkauft werden soll), sowie die schlampige Synchronisation ("Da ist keiner mehr hier!"), die Mel Ferrer zudem mit der Stimme von Horst "Derrick" Tappert ausstattet, und schließlich die Kotz-dich-frei Splatter-Effekte machen den Film letztlich nur für absolute Zombie-Freaks akzeptabel.
Die niederländische Videofassung von Sunrise-Video ist gegenüber der Originalfassung um mehr als zehn Minuten gekürzt und noch dazu in französischer Sprache. Da auch das Bild nicht gerade das allerbeste ist, kann man nur davon abraten, sich dieses Tape zuzulegen. Doch auch die deutsche DVD aus der RED EDITION von Laser Paradise kann nicht empfohlen werden, da dass Bild von sehr schlechter Qualität ist. Zwar ist die Version im Originalformat und Uncut, aber die Bildqualität erreicht kaum die einer guten Videocassette.

PIERO REGNOLI
der hier als Mitautor des Drehbuches fungierte, ist einer der Urväter des italienischen Genre-Kinos. Er wurde 1929 in Rom geboren und benutzte auch die Namen Dean Craig und Mario Pierotti. Regnoli schrieb für rund 60 Filme die Drehbücher und drehte ca. 10 Filme in eigener Regie. Er begann seine Karriere in den frühen 50er Jahren und war u.a. Regieassistent bei I Vampiri (56), zu dem er auch das Drehbuch schrieb. 1962 Inszenierte er den Horrorfilm L'Ultima Preda del Vampiro. Drehbücher schrieb er u.a. für Filme wie Salvare la Faccia (68), Zanna Bianca (72), Il Tempo degli Assassini (75), Le Calde Notti di Caligola (77), Malabimba (79), La Bimba di Satana (80) u.a. In den 80er Jahren schrieb er zudem die Drehbücher zu einigen der berüchtigtsten Horrorfilme, darunter solche Sleaze-Meisterwerke wie Patrick vive ancora (80), Le Notti del Terrore (80), sowie Fulcis Demonia (88) und Voci dal profondo (90).

Don't Get Caught "Alive"
Now they are Everywhere! There is no Escape! 

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