Review

GROSSANGRIFF DER ZOMBIES oder GROSSANGRIFF DER STRAHLENOPFER klingt halt blöd!

Ja, die deutsche Titelschmiede wusste in den 1980er-Jahren, wie man Leute ins Kino lockt. Ob nun am „Glockenseil“ oder beim „Großangriff“ Hauptsache war, dass das Wort „Zombie“ irgendwie auftauchte. Romeros DAWN OF THE DEAD gibt es schließlich auch in einer Version mit dem marktgerechten Titel ZOMBIES IM KAUFHAUS.

In Lenzis Italo-Trash GROSSANGRIFF DER ZOMBIES gibt es keinen einzigen Zombie, sondern amok laufende Strahlenopfer eines Atomkraftwerkunfalls. Um am Leben zu bleiben, benötigen sie menschliches Blut. Sie sind somit eher Vampiren ähnlicher als anderen Monstern der Filmgeschichte.
Ja, und flott zu Fuß sind sie auch, gut organisiert erscheinen sie in Gruppen und können mit Autos fahren und mit Schusswaffen umgehen, obwohl sie fast den ganzen Film über den Hang zu Stichwaffen haben.
Schon allein bei dieser Beschreibung wird klar, dass der Film ein purer Trash-Horrorstreifen ist. Entstanden ist das berühmt berüchtigte Werk in der Blütezeit der italienischen Schnellschuss-Horrorfilme. Die Vertriebsformel war damals so schlicht wie heute: Blut hat schon immer die Kinokassen gefüllt.

Wer als (minderjähriger) Jugendlicher damals heimlich den Film anschaute, der geht heute als Erwachsener mit Lenzis „Zombiefilm“ nicht sehr hart ins Gericht.
Es war waren halt die guten, alten VHS-Videotape-Zeiten der 1980er-Jahren, als GROSSANGRIFF DER ZOMBIES hipp war. Wer diese Zeiten erlebt hat und sich (ein wenig wehmütig) daran erinnert, sieht diesen Trashfilm anders und beurteilt ihn nach „anderen Maßstäben“.
Es ist mir auch klar, dass man der jüngeren Generation von heute nicht mehr mit so ollen Italo-Horrorstreifen kommen kann.
So bleibt GROSSANGRIFF DER ZOMBIES vorrangig ein Film für die Jugend von damals, aber bitte nur in der ungeschnittenen Version!

Unterm Strich kann ich den Film den junggebliebenen Endvierzigern von heute empfehlen.
Zu solchen Billig-Tricks, zur miesen Synchro, zu Kunstblut mit Titten gehört (heute wie damals) eine kühle Flasche Bier – oder zwei!

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