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Erinnert ihr euch noch an die 80er?? Da war alles noch gut: Hollywood hatte E.T. und Skateboards kamen in Mode. Auch in Italien dachte man darüber nach wie man an Geld kommen könnte und man schielte rüber ins imperialistische Ausland was man ausschlachten konnte. 1978 hatte ein netter Herr namens George A. Romero so einen Film gedreht den man als gemeiner deutscher Bundesbürger unter dem Namen „Zombie“ kannte. Auch ein italienischer junger Regisseur und Ex-Kritiker hatte beim original betitelten Film namens „Dawn of the Dead“ mitgeholfen und mit seiner Synthie-Band Goblin einen Sountrack beigesteuert. Was läge also näher als nach dem gewaltigen Erfolg des Films eigene Interpretationen nach zu schieben. In Deutschland klatscht der Verleiher auch irgendwo das Wort Zombie aufs Cover und das Dingen wird der kommerzielle Renner. Ein lustiger Vielfilmer aus dem Land der Pasta mit dem schwungvollen Namen/Pseudonym „ Umberto Lenzi“ wollte natürlich neben anderen illustren Rip-Off Springinsfelds wie Lucio Fulci, Bruno Mattei oder Joe D’Amato, auch was vom großen Kuchen ab haben und inszenierte seinen Superduper Beitrag zur herrschenden Welle in dem auch der Weltklasse Mime „Hugo Stiglitz“ oscarreif agiert. Kloppt man noch den glanzvollen Mel Ferrer drauf und kramt noch ein Drehbuch aus Fulcis Mülltonne müsste doch eigentlich ein Topseller dabei raus kommen, oder?? Ihr merkt schon, hier gibt es ganz großes Kino für Ultra-Trash Fans zu bewundern. Natürlich ist Hugo Stiglitz weltklasse wenn man auf Gesichtsfünfen mit Popelbremse und null Talent steht. Und Mel Ferrer glänzt auch nur wenn man ihn mit Melkfett einreibt. Kommen wir mal zum eigentlichen Kunstwerk des Herrn Lenzi: Versiffte Großstädte bringen immer schöne Atmosphäre! Synthie Mucke druff und es passt!! Bei den Zombies hat man sich gar schröckliches einfallen lassen: Lustige Hampelmänner mit 2,50 Euro Make-up springen quitsch vergnügt durchs Land. Auf der fröhlichen Abenteuersafari ballern sie mit MGs , prügeln mit Spitzhacken um sich und saufen den Patienten im örtlichen Hospitals die Blutkonserven weg. Mittendrin versucht der tapfere Hugo als Fernsehreporter seine Haut zu retten. Zwischendrin gibt’s Dialoge bei denen selbst hart gesottene Freaks laut schreien werden und sich mit Lachkrämpfen am Boden kringeln. Doch Achtung: Der Lenzi ist ganz klar auch ein kleiner Weltverbesserer. Hat er doch den Zeigefinger ermahnend gehoben um uns mehrfach zu signalisieren dass Unweltverschmutzung und Atomkraft nix gut sind. Allgemein gesehen ist das natürlich sehr lobenswert aber man sollte bei solchen Ambitionen besser Politiker oder Greenpeace Aktivist werden anstatt einen angeblichen Zombie-Schocker zu inszenieren. Dass Lenzi sich einen Dreck um die Umwelt und Tiere schert hat er ja bereits mit diversen Tiersnuff beinhaltenden Kannibalen-Reißern bewiesen.
Zum Ende des Großangriffs auf den gesunden Menschenverstand wird noch im markerschütternden Finale in einem Vergnügungspark ausgebig geklöppelt. Wer jetzt allen Unkenrufen zum Trotz dennoch ein paar Splatter Leckerlis erwartet wird derbe enttäuscht: Zwar langen die schrubbeligen Infizierten ordentlich zu aber die FX bestehen immer nur aus kurzen Blutereien, was auch daran liegen kann, dass „Großangriff“ bereits vor der Veröffentlichung in Italien angeblich schon gekürzt wurde. Näheres zum Sachverhalt ist aber weitgehend unbekannt. Auch toll, dass der Film seiner Zeit einer der wenigen Zombiefilme war den bis Heute das Schicksal seiner thematisch verwandten Produktionen verschont blieb und hiesige Amtsgerichte keinerlei Anlass zum Verbot gab. Wirklich interessant ist der Großangriff nur für Zombie-Komplettisten und Trash Fans die neuen Stuff für die anstehende Party unter gleich gesinnten suchen. Alle Anderen machen bitte einen großen Bogen um Onkel Lenzi’s Ökomär.

6/10

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