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1986, die Welt der Sitcoms war schon längst durch Serien wie "Die Bill Cosby Show" etabliert, da klopfte ein gutmütiger Außerirdischer an die Tür, der Ur-amerikanischen Familie Tanner. Oder genauer gesagt, er krachte ihnen durch das Dach ihrer Garage. Fortan lebte er in über 100 TV-Episoden bei ihnen, welche bei den Zuschauern, sowohl in Amerika als auch weltweit, bestens ankamen. Denn Alf war eine Garantie für besten Anarcho-Humor auf Familienniveau. 10 Jahre nach dem Serienbeginn, sollte nun das Urviech des menschlich wirkenden Außerirdischen auch einen Auftritt im Film bekommen. Wenn auch nur im Fernsehen und nicht auf der großen Leinwand (die deutsche Kinoauswertung bildete da eine Ausnahme), konnte Alf nun also seine Späße auch auf 90 Minuten Länge abgeben, dies aber leider ohne die Tanners. Herausgekommen ist dabei ein seichter Filmspaß, der nur durch seine Hauptfigur lebt, ansonsten aber vollends gegen die Wand fährt.

"Alf - Der Film" erzählt nun also die Geschichte von Alf und seinen Erlebnissen nach den Tanners, denn diese sind von dem machtgierigen Colonel Milfoil in die Wüste geschickt worden, um sie vor Alf zu schonen. Und das ist noch nicht alles, will er doch den harmlosen Erdenbesucher per Giftspritze für immer erledigen. Dr. Rick Mullican und Dr. Melissa Hill, die von der Harmlosigkeit Alfs überzeugt sind, kidnappen den Außerirdischen kurzerhand und bringen ihn zu Alien-Forscher Dexter Moyers, der Alf endlich der kompletten Weltöffentlichkeit präsentieren will. Doch das ist nicht das Einzige, was Dexter vorhat und Milfoil ist ihnen auch schon auf den Fersen... Das klingt auf den ersten Schlag sicherlich nicht sonderlich überzeugend und das ist es im Grunde auch nicht. Die Geschichte zu "Alf - Der Film" passt zu dem liebenswürdigen Alien nur in einigen Punkten und man merkt, dass nur die Wenigsten, die für das Spektakel verantwortlich sind, auch an der früheren Serie mitgewirkt haben. Das einzig wirklich Positive an der Story ist da höchstens die Tatsache, die sie nicht wie eine aufgeblasene Serienepisode wirkt, sowie es z. Bsp. beim "Akte X"-Film der Fall war. Ansonsten aber wurde hier wirklich auf ganzer Linie versagt.

Deshalb sollte man versuchen, sein komplettes Konzentrationsgut auf Alf zu lenken, denn der ist, glücklicherweise, als einziger noch zu 100% er selbst geblieben. Wie schon in der Serie, lässt es sich Alf auch hier nicht nehmen, einen flotten Spruch nach dem anderen von sich zu geben, die im Deutschen wieder vom grandiosen Tommy Pieper gesprochen werden und somit genauso viel Spaß machen, wie noch zu Serienzeiten. Wenn Alf z. Bsp. einer wirklich nicht gerade hübschen Frau gegenübersitzt, gibt es gleich einmal ein trockenes "Igitt" zu hören. Und wenn diese dann mit "selber Igitt" kontert, er daraufhin dann "Gut, dann hätten wir diesen Punkt schon einmal geklärt" von sich gibt, dann weiß man, dass man es wirklich mit Alf zu tun hat. Genauso wenn er seiner Lieblingsmahlzeit, den Katzen, hinterherjagt, wenn er die Polizei beim Pokern platt macht, oder wenn er sich ein ums andere Mal vor irgendwelchen Fremden verstecken muss (Dialog: "Alf versteck dich im Badezimmer" - "Hey, das hat schon lange kein Babe mehr zu mir gesagt"). Alf ist auch im Film, glücklicherweise, voll und ganz sich treu geblieben und da er auch eine relativ hohe Screen-Time hat, kann sich der Streifen durch ihn dann doch noch im Mittelfeld einpendeln.

Von inszenatorischer Sicht gibt es dagegen kaum etwas zu berichten. Wie es sich für einen Fernsehfilm gehört, ist natürlich auch bei Alf alles auf recht dünnem Niveau inszeniert, damit die Kosten nicht gesprengt werden. Aus schauspielerischer Sicht sieht es dabei schon etwas besser aus. Mit Martin Sheen, William O'Leary, Jensen Daggett und Miguel Ferrer konnte man einige bekannte Gesichter für das Projekt Alf gewinnen, die ihre Sache auch durchgehend recht akzeptabel gestalten. Dennoch wären dem Fan Max Wright, Anne Shedeen oder wenigstens Benji Gregory hier weit lieber gewesen.

Fazit: "Alf - Der Film" ist leider nichts anderes geworden, als ein vollkommen überflüssiger Film, zu einer der beliebtesten Sitcoms aller Zeiten. Die Story ist ohne die Tanners nicht der Rede wert und nur durch den sich stets treu bleibenden Alf, der mit seinen kühlen Sprüchen auch hier wieder für den ein oder anderen Lacher sorgen kann, kann sich der Streifen gerade so noch aus der Unterdurchschnittlichkeit retten. Wer sich also voll und ganz auf die Hauptfigur konzentrieren kann, der wird auch bei diesem Film ein ums andere Mal richtig Lachen können. Wirklich gerecht, wird der Streifen den Alf-Fans und der kultigen TV-Serie aber zu keinem Moment. Schade eigentlich!

Wertung: 5/10 Punkte

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