"Requiem For A Dream" ist mit absoluter Sicherheit der härteste Drogenfilm überhaupt. Dagegen wirkt Trainspotting wie eine Märchenstunde. Mit gnadenlosem Realismus und harten Bildern schreckt uns der Regisseur Darren Aronofsky ab.
Im Allgemeinen geht es nur um 4 restlich armseelige Existenzen, deren Leben von der Abhängigkeit von irgendeiner beliebigen Droge, seien es Diätpillen, Aufputschmittel, Halluzinogäne oder Opiate beherrscht wird.
Schon allein diese Thematik spannend und fesselnd zu inszenieren ist ein Drahtseilakt, welchen die FIlmcrew aber gemeistert hat.
Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist überwältigend. Jennifer Connelly ist einerseits wirklich süß und hübsch, doch andererseits eine gescheiterte Drogennutte. Ihre Wandlung im Film von der neutralen, ausgeglichen schönen Freundin zur Schuss-Besessenen Hexe ist wirklich hart mit anzusehen. Ellen Burstyn als Sara, die von ihrer Gameshow besessen ist und aufgrund einer Einladung in die selbige anfängt Diätpillen zu nehmen spielt am intensivsten von allen. Ihr spezielle Behandlung am Ende des Films ist... oh Gott. Marlon Wayans, der sich für diese Rolle einiges an Muskeln antrainiert hat, weshalb auch immer, ist so ziemlich die ganze Zeit des Films mit Heroin vollgepumpt. Was keine Kritik sein soll, denn selbst wenn man es von ihm vielleicht nicht unbedingt gewohnt ist, so spielt er diese, seine beste Rolle, überaus ernst und mit voller Leidenschaft. Er hat sich sehr auf dieses Projekt gefreut, das merkt man ihm an. Jared Leto... Jared Leto... spielt Sara's Sohn Harry. Er ist der intelligente und charismatische Schönling des Quartetts. Gewillt, etwas mit seinem kleinen aber feinen Drogengeschäft zu erreichen, merkt er nicht, das er immer mehr selbst sein bester Kunde wird. Leto spielt wirklick überragend. Ich möchte ihn nicht als den besten hier abstempeln, nein nein. Aber während des ganzen Films gibt es niemanden auf den ich mich immer so freue wie auf Harry. Es ist seine ruhige und besonnene Art, die mir so gefällt. Leto, den wir aus eher kleinen Nebenrollen wie in "Der Schmale Grat" oder "Fight Club" zuvor kannten, gibt hier seine beste Arbeit ab. Er ist nach diesem Movie zu meinen persönlichen Top 10 Schauspielern aufgestiegen.
Was diesen Film einiges an Kultigkeit brachte, war diese mehr als nur geniale Kamerasequenz, jedesmal wenn eine der 4 Hauptpersonen Drogen nimmt. Kennt jeder, hat jeder schon mal irgendwie gesehen, sei es im Trailer, Werbesport oder in einer Verarschung / Nachahmung (Simpsonsfolge, Homer, Sucht nach Donuts). Auch sonst bietet der Film einiges für's Auge. Hier wird wirklich mit der Kamera "gespielt".
Das immer wiederkehrende Titellied find ich geil. Nur aus Instrumental bestehend, sticht es sehr hervor und ist richtig einprägend.
Auf das Ende des Films möchte ich nicht näher eingehen, nur so viel sei gesagt: Es wäre in den Top 20 Filmenden vertreten, den Grund findet man am besten selber heraus. Allerdings besser nur wenn man grad sitzt, ein Glas Wasser neben sich hat und 'ne Packung Aspirin.
Wollt ihr einen Schlußsatz, wie viele ihn bringen?
Da fällt mir nur einer ein, Hardy Fuckin' Har.