Es kam in letzter Zeit wahrlich nicht oft vor, dass ich nach einem Film noch völlig verstört vor dem Abspann sitze, die Hände vor dem Gesicht verschränkt. Höchstens bei Troja, aber da hat mich eher die historische Verunstaltung geschockt.
Was mir bei Aronofsky's 'Requiem for a Dream' einen Schrecken verpasst hat, war einfach dieses unglaubliche Gesamtbild, dass einem zum Schluss erst bewusst wird. Ein unkonventioneller Schnitt, der ein einprägsames Bild von diesen vier Menschen verschafft, um die es bei diesem Film geht. Oder eher um ihre Drogenprobleme in dieser surrealen und doch erschreckend realitätsnahen Welt. Jedenfalls wird man sich zwar nicht sofort in den Film hineinfühlen können, doch nach einer gewissen Zeit ist dies sowieso nicht mehr nötig, da der Schnitt und das Bühnenbild einfach in den Verstand eindringen. Man fühlt nicht mit und denkt auch nicht, dass man jetzt daneben steht und die Emotionen dieser Charaktere versteht und teilt. Auf keinen Fall, denn das wäre fatal.
Bei 'Requiem for a Dream' dreht es nicht um eine Demonstration von verhängisvollen Drogenkarrieren, sondern eher um den Effekt, den eine solche Abhängigkeit hervorruft. Die Ausflüchte, die ein Mensch in Not begeht, mit Hilfe von Drogen, zum Beispiel. Diese müssen auch nicht erst hineininterpretiert werden, sondern werden einem frisch durch den Schnitt präsentiert und veranschaulicht.
Daher ist 'Requiem for a Dream' kein Werk, das ändern will, das Einfluss nehmen will, denn der Versuch zu verstehen, worum es hier geht, führt an sich schon zu diesem einprägsamen Schock, den man unter Umständen erleidet.
Dieser Film ist schlichtweg intensiv, im guten, wie im schlechten Sinne. Er zeigt das Schicksal von vier Menschen auf, die eh zu Grunde gerichtet waren und zeigt lediglich den Wendepunkt von 'Es kann nicht mehr schlimmer kommen...' zu 'Das war's' und der ist mehr als nur anschaulich dokumentiert, wozu maßgeblich die Schauspieler beitragen, die ihre Rolle einfach genial spielen. Besonders Jennifer Connelly als 'Marion Silver' hat mir gefallen, da sie so etwas wie die letzte Verbindung zur 'normalen' Welt darstellt.
Was auch immer normal in diesem Film bedeutet.