Review

Requiem for a Dream ist kein schöner Film. Es tut streckenweise richtig
weh ihn sich anzusehen. Und doch konnte ich ihn nicht abschalten.
Gezeigt wird der Untergang von vier verschiedenen Menschen,
hervorgerufen durch den Konsum von Drogen, teils bewusst, teils
unbewusst. Mit Untergang ist in diesem Fall die komplette Terminierung
des sozialen Lebens gemeint. Sie fallen so tief, wie man nur fallen
kann. Das ganze wird in einer derart brillanten Optik gezeigt, dass es
einem kalt dem Rücken herunterlauft. In den ersten 2/3 des Films
durchleben die Figuren Höhen und Tiefen aber trotzdem ist man sich als
Zuschauer ständig bewusst, dass der tiefe Fall kommen wird. Diese
dräuende Atmosphäre wird in erster Linie durch den extremen Einsatz von
ultraschnell geschnittenen Nahaufnahmen, dem alptraumhaften Sounddesign
und dem fantastischen Score erreicht. Auch die Bildsprache in den
Traumsequenzen fügt sich perfekt in das Bild ein (Brücke). Die
Schauspieler machen ihre Sache hervorragend. Ellen Burstyns Performance
hat mich sogar komplett aus dem Stuhl gehauen. Die letzten 20 min des
Films sind dann ein reiner Albtraum, selten hat mich ein Film so
verstört. Man kann die Wirkung dieser letzten Bilder nicht in Worte
fassen, ich kann es zumindest nicht.

Wenn ich mir den Text so durchlese, habe ich so eben den perfekten Film
gesehen. Mir hat er aber nicht gefallen. Ich gucke mir Filme an, um
unterhalten zu werden, sei es durch eine geniale Story, tiefgründige
Charaktere, mit denen man leidern kann, unglaublich witzige Gags oder
auch nur gut gemachte Action. Aber nach diesem Film fühle ich mich
ehrlich gesagt einfach nur scheiße. Auch habe ich kein Verständnis für
die Figuren, ich kann ihr Handeln nicht verstehen. Sie sind schlichtweg
erbärmliche Kreaturen, Opfer ihrer eigenen Dummheit. Sie reiten sich
förmlich selbst in ihren Untergang. Und diese inhaltliche Distanz im
Zusammenspiel mit dieser Psycho-Optik, die einen doch irgendwo auf
einer emotionalen Ebene trifft, hat mir recht wenig Freude bereitet.
Requiem for a Dream ist beileibe kein schöner Film. Aber ein unbedingt
sehenswerter.

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