Inhalt:
China, während der spätmittelalterlichen Ming-Periode. Die Brüder Yu Chien Wan (Chang Yi) und Chiang Kwun Yuan (Lo Lieh) gehören der "Yuan Mountain School" an, und sind gute Schwertkämpfer. Der Vorsteher (Tien Feng) der Schule, zugleich ein buddhischer Priester, wünscht, dass die beiden das "Donner-Schwert" finden und beschaffen. Dieses schwarze "Thundering Sword" dürfe keinesfalls in unbefugte Hände gelangen...!
Die beiden machen sich auf den Weg. Tatsächlich kann Chiang das Schwert erlangen, nachdem er zwei Grabräuber eliminierte, die das Schwert aus einer Höhle entwenden wollten. Das Schwert wird ihm jedoch abgenommen, als die Schwert-Amazone Miss So Jiau Jiau (Cheng Pei-Pei) vom Wu Du-Clan des Geheimbundes des "Roten Tausendfüßlers" auftaucht, und Chiang mit ihren vergifteten Waffen außer Gefecht setzt. Chiang ist nunmehr schwer verwundet an eine Art Liegestuhl gefesselt bewegungsunfähig. Jiau Jiau will ihn allerdings auch retten, und entsendet ihn mit einem Treck zu einem Heiler.
Der Treck wird jedoch überfallen, der Sohn (Cheng Hung-Lieh) des Vaters (Fang Mien) von Jiau Jiau, also ihr Bruder, verkrüppelt mit seiner Bande dabei Chiang, der nun endgültig gelähmt ist.
Jiau Jiau und Yu Chien Wan begegnen sich, und verlieben sich ineinander. Das Schwert gerät indes an Chief Wang (Wu Ma), doch erhält das Paar Unterstützung durch den Wandering Swordsman Tang Jiau Yin (Ku Wen-Chung). Auch Captain Kwan Tin Chi (Tang Ti) und dessen hinterhältig-brutaler Bruder (Ku Feng) haben es auf das Schwert abgesehen.
Können Jiau Jiau und Yu Chien Wan ihre Liebe verteidigen und das "Thundering Sword" vor dem Bösen schützen...?
Kritik:
Tja, nicht jeder Eastern -wobei "The Thundering Sword" an sich kein Eastern ist- den Swordplay-Ikone Cheng Pei-Pei für die Studios der Shaw Brothers drehte, war ein Hit. Wie auch "The Golden Sword" (1969, siehe mein Review auf dieser Webseite) enttäuscht auch "The Thundering Sword" fast auf ganzer Linie.
Im Jahre 1967 drehte Regisseur Hsu Tseng-Hung für die Shaw Brothers diesen sehr handlunglastigen, schwülstig-schwerfällig in Szene gesetzten und melodramatischen WuXia-"Eastern" mit wenig Fightaction und der im Jahr zuvor in King Hu´s gelobten Werk "Come drink with me" (siehe mein Review) stark reüssierenden Cheng Pei-Pei in der Hauptrolle. Heraus kam dabei ein leider schwermütiger, schwülstig-pathetischer -das es regelrecht von der Decke tropfte- Streifen, mit etlichen Längen, schwerfällig inszeniert, und eben deshalb... langweilig.
"The Thundering Sword" ist kein Eastern im eigentlichen Sinn, und leider rotzlangweilig.
Trotz einmal mehr schöner Ausstattung, den gefälligen Studio-Sets der Shaw Brothers, die auch diesem Film eine für das Studio typische Atmosphäre verleihen, kann "The Thundering Sword" nicht recht überzeugen, zumal die Story um 2 -es taucht noch eines auf- Schwerter umständlich und verworren erzählt wird. Garniert mit etlichen Dialogen, schwülstigem Pathos und einer zähen Liebesgeschichte die -so ist in vielen Beschreibungen und Kritiken ja zu lesen- an "Romeo & Julia" erinnern soll. Tja, das allerdings lahm und zähflüssig.
Hinzu kommt dass nur sehr wenig Fightaction geboten wird, mit mehr Action hätte man die Sache sicher auflockern können. Aber nicht einmal zum Ende des Streifens gibt es einen -ja eigentlich obligatorischen- Final-Fight, und wird stattdessen gelabert, gelabert, gelabert, und dies mit Tränen in den Augen und Schwulst dass es qualmt.
Dabei waren die Fights für anno ´67 -also in einem sehr frühen Stadium des Genres- wirklich prima, gefällige Choreos und blutig. Ein schöner Peitschen-Fight mit Cheng Pei-Pei und Schwertfights mit Chang Yi, ließen in der anfänglichen Phase von "The Thundering Sword" den Fan des Genres aufhorchen und weckten Erwartungen. Die wurden dann aber nicht eingehalten, nur noch wenig Action, und dann das Laber-Finale. "The Thundering Sword", kein echter Martial-Arts-Streifen, kein Swordplay-Knaller mit Schwert-Lady Cheng Pei-Pei, einen solchen darf man hier nicht erwarten.
Cheng Pei-Pei spielt indes bemüht, für ein schwülstiges Melodram agiert sie sicher intensiv. Aber der Fan hat eine andere Erwartung an sie, Hsu Tseng-Hung wollte aber auch keinen Swordplay-Eastern mit ihr hier machen. Chang Yi spielt den etwas weinerlich-verliebten Helden, tja, was soll ich schreiben. Ganz entäuschend ist dann das Rollenbild von Lo Lieh. Der darf nicht als kerniger Fighter ran, sondern liegt die allermeiste Zeit in einer Art Liegestuhl, da er fast komplett gelähmt ist. Tja, toll, da erwartet man was anderes.
Viel an Shaw-Prominenz ist zu entdecken, Wu Ma als immerhin arg böser Schwert-Räuber, Ku Feng gewohnt diabolisch, Cheng Hung-Lieh als ebenso gewohnt schleimig-glatter Schmierlappen, Ku Wen-Chung kann als gewitzt-agiler Wandering Swordsman in grauer Kutte gar etwas glänzen. In der zweiten weiblichen Rolle bringt Shu Pei-Pei ihre Attraktivität hier mit ein, und eine noch blutjunge Ching Li ist hier noch zu entdecken. Tien Feng kann als Priester (!) UND Chef einer Kampfschule sonor und souverän agieren, ich sah ihn aber zumeist besser.
"The Thundering Sword" hätte strammer und spannender in seiner Story erzählt werden müssen, weniger Pathos, weniger Schwulst, weniger Gelaber, dafür mehr Tempo und Fightaction.
Da springen leider nur 3,5 von 10 Punkten in meiner Bewertung raus. Nix gegen Eastern mit viel Handlung und auch Pathos, dann aber bitte zackiger und mit mehr Drive als hier zu sehen war.