Laut einer Sage liegt auf der Familie Baskerville ein Fluch, seit Sir Hugo im ausgehenden Mittelalter nicht nur seine Frau, sondern auch ihren Geliebten umgebracht hat, um anschließend von deren Hund getötet zu werden. Kein Baskerville ist seitdem mehr eines natürlichen Todes gestorben und so ist zu verstehen, dass es den derzeitigen Nachkommen Lord Charles Baskerville graut, wenn er nachts im Moor Hundegeheul hört. Seine Freunde, der Naturforscher Stapleton und der Arzt Dr. Mortimer, lachen ihn aus, bis man eines Nachts Lord Baskerville tot mit vom Schrecken erstarrten Gesicht auffindet. Bei der Testamentseröffnung gibt es eine Überraschung, wider Erwarten gibt es noch einen männlichen Erben, den man aus Paris kommen lässt. Dr. Mortimer holt den neuen Lord von Baskerville in London ab und informiert auf diesem Wege Sherlock Holmes und dessen Assistenten Dr. Watson. Während Holmes vorerst in London bleibt, begleitet Watson Sir Henry, um ihn auf seinem neuen Anwesen zu beschützen, denn inzwischen sind anonyme Drohbriefe eingegangen. Auf dem Anwesen der Baskervilles stellen sich Watson immer neue Fragen. Weshalb ist Lady Beryl Vendeleure, die kurz vor dem Tod des alten Bakerville wie zufällig aufgetaucht war, immer noch auf dem Schloss? Wem gibt der Diener Barrymore nachts im Moor Lichtsignale? Und warum hat Dr. Mortimer einen so großen Hund?
In dieser gelungenen dritten filmischen Adaption des Romans von Sir Arthur Conan Doyle spielen Bruno Güttner und Fritz Odemar Sherlok Holmes und Dr. Watson. Güttner gelingt es dabei wunderbar seiner Figur den Snobismus und die leichte Arroganz Holmes einzuhauchen, wenngleich seine Auftritte eher am Rande stattfinden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen bzw. des Films stehen Dr. Watson und der neue neue Schlossherr Sir Henry Baskerville. Fritz Odemar mimt einen etwas unbedarften, übereifrigen und stellenweise tolpatschigen Watson, der dennoch der Lösung des Falls immer näher kommt. Auch die Nebenrollen sind erstklassig besetzt, seien es Friedrich Kayßler und Peter Voss als die beiden Lords von Baskerville, Fritz Rasp als geheimnisvoller Diener oder Erich Ponto als scheinbar spleniger Naturforscher.
Die guten schauspielerischen Leistungen werden von der filmischen Gestaltung noch unterstrichen. Regisseur Carl Lamac und Kameramann Willy Winterstein gelingt es, eine schaurig-schöne Atmosphäre in schwarz/weiß zu erzeugen. Das wäre in einem Farbfilm so nicht möglich gewesen.
Hier muss man dem Vertreiber Koch Media zustimmen, der den Film in seiner Reihe "Schätze des deutschen Tonfilms" herausgebracht hat - es ist wirklich ein solcher Schatz, der zum Glück in dieser Edition gehoben wurde.