Review

Der Film "Midnight Mass" ist eine Low-Budget-Produktion, was dem Film auch anzusehen ist.
Der Film spielt in einer Welt, die von Vampiren beherrscht wird, bis auf einige Orte, an denen sich die Menschen zurückgezogen haben. Diese haben bekanntermaßen gegenüber Vampiren den Vorteil, das Tageslicht ertragen zu können. An diesem Punkt kommen die "Vichys" ins Spiel - Menschen, die mit den Vampiren kollaborieren. Der Name wurde in Anlehnung an die Vichy-Regierung gewählt, die in Frankreich unter den Nazis regierte. Diese Vichys werden in dem Film durch BÖSE (natürlich weiß geschminkte) Schwarzkittel dargestellt. Da die Vampire schon seit einiger Zeit den Menschen zahlenmäßig weit überlegen sind, kommt es zu einer logischen Konsequenz: Hunger unter den Vampiren, denn das Nahrungsmittel Menschenblut geht aus.
Neben den mit einer Low-Budget-Produktion verbundenen Mängeln gibt es einige weitere. Es gibt sehr unglaubwürdige Szenen, wie Spaziergänge und Radfahrten des nachts im Vampirgebiet, ein Holzpflock, der sich rein zufällig an einem Baum befindet und an dem sich ein Vampir, der die Protagonistin ausschlecken möchte etc.
Des Weiteren trieft der Film vor Religiosität (christlich/katholisch), was besonders in der zweiten Hälfte des Films auffällt, in der dann auch noch die anarchistische und atheistische Protagonistin bekehrt wird. Das war penetrant widerlich.
Anders als der Vorrezensent Mo'Gore sehe ich die Dialoge nicht durchgehend als billig an. Sie nehmen viel Zeit des Films in Anspruch und behandeln (für einen Film) ausführlich die Problematik der Vichys, ihre Motivation, und weitere inhaltliche Punkte des Films. Die Dialoge wirken sehr natürlich und nicht so künstlich, wie in Hollywood- und anderen teuren Produktionen weit verbreitet.
Die schauspielerischen Darbietungen des Films haben mich z.T. positiv überrascht, ich bin von Low-Budget-Filmen ganz anderes gewohnt!
Ich finde es bemerkenswert, dass man aus der Not (Low-Budget) eine Tugend gemacht und vor allem Geschichte / Dialoge in den Film eingebaut hat. Diese Haltung wäre gerade für das deutsche Kino sehr wünschenswert, in dem vor allem amerikanische Vorbilder kläglich kopiert werden.
Den Film als solches kann ich trotzdem nicht empfehlen.

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