Vorneweg drei wichtige Punkte, die beim Anschauen des Films unbedingt zu beachten sind:
1. "Herkules in New York" darf nur im Freundes -und/oder Bekanntenkreis konsumiert werden!
2. Auf gar keinen Fall darf etwas anderes als die Originalfassung angesehen werden!
3. Bezüglich "Herkules in New York" und des Hauptdarstellers sind sämtliche Erwartungen im Hinblick auf Niveau und Qualität im Vornherein zu eliminieren!
Mein Rat: Lasst euch einfach von diesem Werk berieseln, amüsiert euch ausgiebig, trinkt und esst reichlich und beschert euch einen unterhaltsamen Filmeabend!
Zum Film:
Die Story ist eigentlich kaum der Rede wert: Herkules langweilt sich im Olymp, da er "olwäis se säim fäisis" und "olwäis se säim sings" sieht, also bereist er die Welt der Menschen und macht - sehr zur Verärgerung seines Vaters "Suss" (O-Ton Schwarzenegger) - New York unsicher.
Recht mager, möchte man meinen.
Aber das spielt alles keine Rolle, der Zuschauer wird sowieso eher von den erbärmlichen Dialogen und den einfach nur noch lachhaften Aktionen des Grobklotzes Schwarzenegger mitgerissen - irgendwann ist man so weit, dass man förmlich an den Lippen des starken Österreichers hängt, um ihm bloß ein einziges Wort seines wunderschönen Dialektes zu entlocken.
Einige Höhepunkte des Films:
Während einer Szene auf dem "Olymp" wird das Gespräch der Götter doch tatsächlich von Autogeräuschen übertönt! Und es hört sich nicht so an, als ob es sich um ein einzelnes handelt, womöglich von einem Mitwirkenden stammend. Im Gegenteil, man könnte meinen, dass der komplette Berufsverkehr hupend und mit quietschenden Reifen am Olymp/ bzw. an der Parkanlage - mehr isses ja nicht - vorbeirauscht.
Die Blitze des achso allmächtigen Zeus' gleichen verdächtig den Erzeugnissen einer Bastelstunde im Kindergarten.
Der beste Gag des Knilchs, der offenbar offiziell für den witzigen Teil des Films zuständig ist, besteht darin, dass er sich mit einem Geweih am Rücken kratzt.
Um dann noch eine gehörige Portion Action reinzubringen, läuft völlig sinn -und zusammenhangslos ein Schauspieler mit einem lächerlichen Bärenkostüm - etwa halb so groß wie Schwarzenegger - unschuldig neben diesem vorbei und wird schnurstracks totgeknüppelt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt krümmt man sich vor dem Fernseher, besonders, als das Fellknäuel ein jämmerliches Brummen ertönen lässt, das eher einem absterbendem Motor denn einem Bären ähnelt.
Schwarzeneggers "Power" wird an manchen Stellen durch einen mehr oder weniger geschickten Einsatz an technischen Hilfsmitteln verstärkt: So zum Beispiel bei der Verfolgungsjagd (in deren Zuge sich Arnold klugerweise einen Streitwagen als Gefährt sichert), bei der urplötzlich Zeitraffer einsetzt. Dass der Streitwagen samt Arnie dadurch wie ein Modell aus einem Überraschungsei (bei denen sich ja bekannterweise durch das Drehen der Räder auch die Arme des Fahrers ruckartig mitbewegen) und somit lächerlich wirkt , hat wohl niemand bedacht.
Das plätschert munter so weiter, bis das Ganze irgendwann auch langweilig wird. Also: Abschalten ist nicht verboten, man wird beileibe nicht viel verpassen... Die (unfreiwilligen) Gags sind vorüber und Handlung hat nie existiert.
Arnold selbst verkauft sich dermaßen unterirdisch schlecht, dass es nur noch peinlich ist. Das einzige, was er in diesem Film leistet, ist es, seine stählerne Brust während der vielen Großaufnahmen seines Körpers tanzen zu lassen. (Und Gelegenheit besteht genug: Mal will er "duschen gehen", bleibt dann aber trotzdem mit nacktem Oberkörper im Raum stehen...)
Jegliche Konversation überfordert ihn bereits im Ansatz, für seine neue, sterbliche Freundin hat er zum Beispiel ausnahmslos ein dümmliches Grinsen übrig. Die wenigen Worte, die ihm das Drehbuch abverlangt, leiert er mit solch gläsernen Augen herunter, dass man annimmt, er würde den Text von einem über der Kamera angebrachten Plakat ablesen. Und das mit einer so unfassbar miesen Aussprache, dass jedem Menschen, der Englisch als seine Muttersprache bezeichnet, das Gehirn überkochen müsste. Als dann mal mehr von ihm gefordert wird - wie der gigantische Gefühlsausbruch beim Gewichthebewettbewerb - versagt er als Schauspieler genauso wie im Film.
Entweder war der Mann wirklich so unerfahren und grottenschlecht zu Beginn seiner Karriere (und dann hat er meinen vollen Respekt verdient, so weit, wie er es gebracht hat) oder es wurde ihm vor dem Dreh eingetrichtert, einfach nur seine Muskeln spielen zu lassen. Denn zu Ende des Streifens drängt sich die bohrende Frage auf, was denn das Ganze überhaupt soll; die Qualität hätte nach der Fertigstellung des Films keinem Regisseur auf der Welt verborgen bleiben können...
Man kommt also zum einzig möglichen Schluss: "Herkules in New York" zielt allein darauf ab, Arnies Muskelmasse zu präsentieren und egal, wie königlich ich mich amüsiert habe, sowas ist mir bestimmt nicht mehr als -Mindespunktzahl- wert.
0 P, da mit Abstand schlechtester Film aller Zeiten, irrsinnigerweise dennoch mehr als empfehlenswert
Einmalig!