Der Halbgott Herkules steigt vom Olymp herab und landet über Umwege in New York, wo er an den kleinen Gauner Pretzie gerät, der prompt eine Chance wittert, mit den Talenten des Muskel-Heinis die große Kohle zu scheffeln: Mit Pretzie als Manager soll Herkules als Ringkämpfer und Gewichtheber durchstarten. Bald schon bekommt es das Duo mit der Mafia zu tun, die auch ihr Stück vom Kuchen abhaben will, und dann schickt Göttervater Zeus auch noch die fiese Nemesis auf die Erde, die Herkules seiner übermenschlichen Kräfte beraubt... Arnold Schwarzeneggers Einstieg ins Film-Business ist eine ziemlich dämliche und legendär unlustige Möchtegern-Komödie, die ihrem Hauptdarsteller - der damals noch unter dem Namen "Arnold Strong" firmierte - im wahrsten Wortsinn auf den Leib geschneidert ist, denn sein größtes späteres Markenzeichen, nämlich den harten Ösi-Akzent, hat man damals für den US-Release noch von einem anderen Sprecher im Nachhinein wegsynchronisieren lassen. Diejenigen, die den Streifen 1970 aber tatsächlich im Kino gesehen haben, dürften wohl kaum geahnt haben, dass sie gerade Zeuge des Leinwand-Debüts eines der größten Film-Stars aller Zeiten waren, denn Schwarzenegger selbst stapft hier primär leicht bedröppelt dreinschauend als Bodybuilder-Kantholz durch die Gegend und hat sein Reservoir an natürlichem Charisma noch nicht angezapft, so dass man ihm hiernach als Schauspieler echt keinen Erfolg prophezeit hätte... was eigentlich aber auch nur irgendwie ein Beleg dafür ist, dass an ollen Glückskeks-Weisheiten wohl doch was dran ist und man mit Disziplin und harter Arbeit tatsächlich alles erreichen kann, was man sich vornimmt. Selbst wenn ich die historische Relevanz, eine beim Betrachter vorhandene Trash-Willigkeit während des Ansehens und meinetwegen sogar 'nen gewissen Kult-Faktor in die Bewertung mit einfließen lasse, ist "Herkules in New York" dennoch ein RICHTIG hartes Brot, durch die Bank ein dilettantischer Murks und eigentlich kaum zu schaffen. Okay, so was wie eine einigermaßen sinnvolle Geschichte erwartet man da beim Blick auf den Titel gar nicht erst und so verwundert es einen auch nicht, dass die dünne Handlung ein einziger Stuss ist und so ziemlich jeder italienische Sandalenfilm aus den 60ern im direkten Vergleich mehr Tiefgang hat, aber zumindest ein kleines bisschen lustig hätte das Ganze doch sein dürfen. "Herkules in New York" mag da zwar als Komödie angelegt gewesen sein, die humorigen Einlagen gehen da jedoch auf beschämende Weise permanent nach hinten los, gute Gags gibt es nicht und jede witzig gemeinte Fish-out-of-water-Situation wird mit Karacho gegen die nächstbeste Wand gefahren. Etwas ähnliches hat Schwarzenegger 18 Jahre später in "Twins - Zwillinge" viel besser hingekriegt! Erschwerend hinzu kommt dann noch, dass der Streifen sich auch derart in seinem Billig-Ambiente suhlt, dass er fast schon ein ideales Doppel-Programm mit Sylvester Stallones ebenfalls 1970 entstandenen, ähnlich ranzigen und räudigen Rammelfilm-Erstling "Kitty & Studs" abgeben würde. Dass Arnolds Muckis da der einzige Schauwert von Belang sind, mit dem die Produktion wuchern konnte, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Echt erstaunlich übrigens, dass Arthur Allan Seidelman, der hier so katastrophal inszeniert, dass man meint, er hätte den Beruf verfehlt, im Anschluss an "Herkules in New York" eine höchst erfolgreiche, dekadenlange Karriere als Fernseh-Regisseur hingelegt und neben ungefähr einer Million TV-Filmen in den 80ern auch Episoden für so ziemlich alle Serien von "Magnum" bis "Mord ist ihr Hobby" abgeliefert hat. So ist "Herkules in New York" dann eigentlich doch ein Film, der Hoffnung macht: Wenn aus den hier Beteiligten noch was geworden ist, dann kann es wirklich jeder im Leben zu was bringen...
2/10