Mit einigen Drehbüchern und noch weniger Regiearbeiten sollte sich John Hughes bald zum König der Teensensibilitäten des 80er Jahre Kinos aufschwingen, regietechnisch angefangen bei „Sixteen Candles“.
Der deutsche Titel „Das darf man nur als Erwachsener“ versucht noch ein wenig an die Sexklamotten der damaligen Zeit zu erinnern, doch mit „Porkys“ und Co. hat „Sixteen Candles“ wenig am Hut – wenngleich er nicht die tiefgründige Ebene von „Breakfast Club“ oder „Fast Times at Ridgemont High“ erreicht. Die Ausgangssituation ist an sich fast schon trivial: Samantha Baker (Molly Ringwald) wird 16, doch weil die ältere Schwester quasi zeitgleich heiratet, vergisst die gesamte Family den Purzeltag und dann ist sie noch in den smarten, aber vergebenen Jake Ryan (Michael Schoeffling) verknallt, während ihr der nur als solcher bezeichnete Geek (Anthony Michael Hall) aufdringlich Avancen macht.
Durch missliche Umstände erfährt Jake von Samanthas Schwärmen, just zu einer Zeit, in der er seine eigene Beziehung in Frage stellt. Doch der Weg bis zum Happy End ist noch mit einigen Pannen und Missverständnissen gesäumt…
Man könnte „Sixteen Candles“ als Einstiegsfilm abtun, mit dem sich John Hughes die Möglichkeit für „Breakfast Club“, sein am meisten geschätztes und ernsthaftestes Werk, schaffen wollte, doch Folgewerke wie „Ferris macht blau“ und „Weird Science“ setzten dann wieder stark auf Komik. Doch bereits „Sixteen Candles“ zeugt von Hughes’ größter Stärke, nämlich seinem Gespür für Figuren: Samanthas Nöte werden nie bagatellisiert, aber auch nie überbewertet, sondern als Sorgen eines ganz normalen Teenielebens porträtiert, das obligatorische Happy End wirkt zwar leicht konstruiert, wird dem Film aber abgekauft, da Hughes nicht zu sehr auf die Kitschtube drückt – eine Annäherung stellt den Schlusspunkt da, kein vollendetes Paarglück, auch wenn sich dieses schon am Horizont abzeichnet.
Auch die Nebenfiguren werden selten zu reinem comic relief abgewertet, der chinesische Austauschstudent bildet da eine Ausnahme. Gerade der Geek ist eben mehr als nur der großmäulige Spinner, hinter der Fassade steckt mehr, nämlich vor allem Herz – sobald er merkt, dass seine Anmachversuche ins Leere laufen, hat er nicht nur ein offenes Ohr für Samantha, sondern wird gar zum Schmied ihres Liebesglücks. Kein Wunder also, dass eine der einprägsamsten Szenen des Filmes jene ist, in welcher Samantha und der Geek gemeinsam in der Werkstatt der Schule in einem halbfertigen Auto sitzen und einander von ihren Leben erzählen – aus den Stereotypen des Freaks und des Girl next Door werden richtig runde Figuren.
Ansonsten ist „Sixteen Candles“ mit Schmiss erzählt und recht witzig, wenngleich ein typisches Kind der 80er. Im Gegensatz zu manch anderem Zeitgenossen bewahrt Hughes’ Film allerdings noch erfreulich viel Frische, kann selbst die Gags um Damenunterwäsche als Beweis einer angeblichen Eroberung noch mit dem richtigen Charme und Niveau herüberbringen, zumal die Witze im Dienst der (zugegebenermaßen eher simplen) Geschichte stehen und nicht zum reinen Selbstzweck verkommen. Kleine Rohrkrepierer, meist in den Gags um die liebe Verwandtschaft, sind zwar zu beklagen, aber auch zu verschmerzen.
Für den Witz und den Charme sind zum großen Teil die Darsteller verantwortlich, vor allem Molly Ringwald in der Hauptrolle erbringt eine ihrer besten Leistungen, wenn nicht sogar die beste. Ähnliches lässt sich über Anthony Michael Hall, der in Hughes Folgewerk „Weird Science“ eine schwächere Figur machte, nur Michael Schoeffling hat ungefähr soviel Ausstrahlung und Leben wie ein Holzklotz – zum Glück ist seine Rolle weniger zentral als die von Ringwald und Hall. Ansonsten ist das Nebendarstellerensemble mehr als brauchbar, gerade John Cusack ist famos als Kumpel des Geeks, hat aber nur wenig Screentime.
Sicher: Ganz so zeitlos wie „Breakfast Club“ ist „Sixteen Candles“ nicht, aber der Zahn der Zeit hat ihm weniger anhaben können als manch anderer Komödie der 80er: Ein sympathischer, flott erzählter Teeniefilm der 80er mit gut geschriebenen Charakteren und fast durchweg toll gespielt, wenn auch etwas simpel und nicht unbedingt originell.