Review

Umstritten! Skandalös! Pervers! Und kontrovers diskutiert!

Salò, auch unter dem deutschen Titel "Die 120 Tage von Sodom" bekannt, hat für Furore im zwiespältigsten Sinne überhaupt gesorgt. So polarisieren sich die Meinungen um Pasolinis Film im Sinne: Entweder man hasst oder "liebt" ihn- Meisterwerk oder Schund!

Die Handlung dürfte wohlbekannt sein: Eine Gruppe von vier "intellektuellen" Faschisten rekrutieren junge Männer und Frauen, um orgiastisch in einem schönen Schloß zu verkehren.
So sind Tabubrüche wie Inzest, Koprophagie und selbstverständlich Vergewaltigung, wichtige Bestandteile dieser Prozessionen, die wie unheilige Messen einer klaren Struktur folgen und irritierend zelebriert werden. In diesem Sinne darf beispielsweise nur zu festen Zeiten verkehrt werden.
Dies mündet schlussendlich in immer irritierende Bilder, die selbst hartgesottene Zuschauer in Afbruchstimmung richtung Toilette bewegen, um dem Brechreiz freien Lauf zu lassen...

Die Orientierung an de Sade mit seinen durchaus oligophrenen Sexualvorstellungen, die bis in den verachtendsten Bereich der Sexualität gehen (Pädophilie) und Dantes Kreisförmige Aufteilung (Blut, Lust und Scheiße Kreise :-) ), verleihen diesem Film einen ungeheuren tiefergehenden Sinn. Insbesondere die metaphorische Art Pasolinis in seinen "120 Tagen" die Vergewaltigung des Volkes durch den Faschismus darzustellen ist einzigartig.


SO EIN UNGEHEURER UNSINN!!!


Es ist für mich unverständlich das in diesem perversen, von Passolini aufs eigennützigste gedrehten Film,Menschen so positive und scheinintellektuelle Deutungen reininterpretieren.

"Jetzt mal Butter bei die Fische":
Nur weil Klassiker der französischen Literatur verarbeitet und von Faschisten zitiert werden, heißt es nicht das dieser Film anspruchsvoll ist.
Nur weil im Jahre 1975 tabuisierte Themen in filmischer Form aneinandergereiht wurden, heißt das nicht das "Salò" innovativ ist.
Um den Menschen als intellektuelle Bestie zu kategorisieren, kann man auf die soeben genannten Sachverhalte verzichten, denn es bedurfte auch damals nur eines Blickes, in die Geschichtsbücher, oder das Einschalten der Nachrichten, um zu Erkennen wie schlecht die Faschisten waren und dementsprechend wie abgründig der Mensch im Allgemeinen sein kann. Dazu bedarf es auch keiner Vergewaltigungsszene, um damit auszudrücken, dass das Volk von Nationalsozialisten ausgebeutet wurde.

Künstlerische Freiheit und Pseudoinnovation paaren sich in diesem Film zu selbstzweckhafter Brutalität und das nicht nur im Bereich der Sexualität.

Es stellt sich die Frage, ob die sehr symbolisch und metaphorisch angelegten Deutungen dieses Films, nicht eher einer eigennützigen Legitimationsbasis für die eigenen Perversionen dienlich sind...?! Es kann doch nicht sein, dass man die Legitimation des Anspruchgehalts eines solchen Films anhand
des (SUBJEKTIV!!! empfundenen) unverschnörkelten und kalten Settings, des Schlosses festmacht.

FAZIT: Wer schon immer mal wissen wollte das "intellektuelle" Faschisten, im Sinne Pasolinis, gerne Kot essen und anuriniert werden, Inzest fördern, pädophilen Geschichten von alten Nutten lauschen, homosexuell veranlagt sind, liebend gerne schlagen, erniedrigen, skalpieren und noch so vieles mehr, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen...Ja, und vielleicht, wer weiß, wird die Reihe derjenigen größer die noch mehr metaphorisch und symbolisch gehaltvolle Perversionen entdecken, die wir nicht schon alle zuvor von Faschisten kannten. Nein, sogar vom Menschen im Allgemeinen kannten. "TOLL! "

Zuviel selbstzweckhafte Stümperei Pasolinis verwehrt diesem Film eine gute Bewertung. Pseudoanspruch zählt hier nicht als Legitimation!!!!!!!!
So bleibt nur noch zu sagen- und das ganz metaphorisch ; -) : Sinnlosigkeit, als Sinn zu vermarkten ist nichts neues und so gibt es immernoch Menschen die darauf reinfallen wollen. Lest Albert Camus...Da habt Ihr mehr von!

1/10

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