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Vier italienische Faschisten lassen sich acht junge Männer und acht junge Frauen einfangen, und nehmen sie mit auf ein Schloss, wo sie die Opfer vergewaltigen und auf verschiedene Art missbrauchen. Sie zwingen die hilflos ausgelieferten Menschen dazu, Exkremente zu verspeisen, erniedrigen sich aber mitunter auch selbst und quälen die Gefangenen abschließend zu Tode.

Was hier zunächst nach einem abartigen (Gewalt)porno klingt, ist in Wirklichkeit eine anspruchsvolle, bisweilen ins Extreme gehende Auseinandersetzung mit den fatalen Auswirkungen der Macht: „Die einzig wahre Anarchie ist die der Macht“ heißt es im Film, und Pasolini sinniert hier über die erschreckende Zügellosigkeit und wie sie sich in einer Situation, wie sie Anfang der 40er Jahre herrschte, als die Faschisten uneingeschränkt an der Macht waren, verselbstständigen könnte – nicht nur die Unterdrückten werden wahllos erniedrigt und gequält, mitunter schreiten die Tyrannen in ihrem wahnsinnigen Überlegenheitsrausch sogar dazu aus, die Scheiße ihrer Opfer zu fressen. Und gerade deshalb ist dieser Film so bestürzend: Das Böse ist nicht fassbar, es macht nicht einmal vor sich selbst Halt und ist deshalb schier unbezwinglich. In der audiovisuellen Darstellung der Gewalt geht der Film gar nicht mal so weit, wie er es hätte tun können – dennoch stellt er ein einmaliges Erlebnis dar.

„Alles, was maßlos ist, ist gut!“, sagt einer der Faschisten zu Beginn des Films. Eine gefährliche, für den jederzeit ungesättigten Nihilisten aber gleichzeitig absolut nachvollziehbare Feststellung. In Bezug auf die Gewaltdarstellung eigentlich nicht – in jeder anderen Hinsicht aber ein Monster, ein Satan, eine Bestie von einem Film.

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