Review

Auch wenn der Name "Pasolini" draufsteht: der Film ist nichts weiter als Trash aus der untersten Schublade. Ich bin normalerweise kein mordlustiger Mensch; aber als ich mich unmittelbar nach diesem Film über die Hintergründe kundig machte und las, dass Pasolini kurz nach dem Erscheinen dieses Machwerks ermordet wurde, empfand ich Befriedigung: gut so... Möge er dabei meinetwegen einen schnellen, unverdient schmerzlosen Tod gestorben sein: Hauptsache, er war nicht mehr in der Lage, nochmal solchen Schund zu produzieren. Besser für die Menschheit.

Und das zugrunde liegende Buch? Um mein Urteil zu fundieren, habe ich mich pflichtgemäß wenigstens durch ein paar Kapitel aus "Die 120 Tage von Sodom" gequält - nur um es dann ebenso angewidert wie nach dem Film in den Abfall zu werfen. Den selbsternannten "Marquis" als Schriftsteller zu bezeichnen wäre schon zuviel der Ehre: da hat jemand, der mit einer völlig kranken, sexuellen Fantasie geschlagen war, hunderte Seiten lang schriftlich (und vermutlich dazu dann auch real - die Art der Darstellung legt das nahe) onaniert. Um aus solcher Lektüre irgendwelchen Gewinn zu ziehen, muss man schon sehr schief gewickelt sein: zumindest müßte man dazu das regelmäßige Verspeisen von Exkrementen als Hochgenuss empfinden können... Die einzige "Qualität" dieses Machwerks liegt in der konsequenten Abseitigkeit und Scheusslichkeit der darin beschriebenen Praktiken. Der literarische Wert ist gleich null: kein Spannungsbogen, keine Charakterdarstellung, keine echte Umgebungsschilderung und schon gar keine philosophische Betrachtung, die manche, gänzlich unkritische "Kritiker" da herausgelesen haben wollen - sondern nur eine öde Aneinanderreihung ewig derselben Wichsfantasien von der denkbar abseitigsten, dreckigsten und brutalsten Sorte.

Pasolinis Verfilmung konnte aus diesem Machwerk schließlich auch kein Kunstwerk zaubern: auch verfilmter Schund bleibt Schund. Ich bezweifle zudem, dass Pasolini überhaupt Besseres im Sinn hatte - so genüsslich, wie er in dem Film all diesen Dreck breit getreten hat. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden: wer (buchstäblich!) gerne Scheisse frisst, dem wünsche ich zu diesem Film guten Appetit.

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