Review

Die Gesellschaft der Klassen im Hyperrealismus

Einer von mehrereren quintessentiellen Filme für die 1980er-Jahre und deren (heterosexueller) Jugend - wahrscheinlich wohl der wichtigste und vielleicht auch beste Film, sowie mit Sicherheit irritierendste Beitrag - lässt man sich darauf wirklich ein - bei dem John Hughes seine Handschrift hinterlassen hat.
Die Welt der Jugendlichen ist anders als im noch relativ zugänglichen "Ferris macht blau" zum Beispiel nämlich die Welt der Erwachsenen eher so wie in Schultz' Peanuts in der populären Kultur nur noch sonst - sexuell zumindest latent aufgeladen aber umso mehr verstörend wirkend. Ich nehme an die meisten im Publikum werden das aber eher ignorieren: "Pretty in Pink" ist ein Film über Klassenunterschiede die auch eher unvermittelt in die Handlung hereinbrechen. Manche Elemente des Films drehen Gesellschaft auch um, und die Erwachsenen sind auch nur im Proletariat in Form des herausragenden Harry Dean Stanton, sowie in Form der Schulleitung und des Lehrkörpers, einer eher seltsamen, schon fast surrealistisch anmutenden Ordnungsmacht, sichtbar.
Im Grunde genommen benehmen sich sämtliche Jugendliche in dem Film wie mittelalterliche Erwachsene.
Dabei sind es auch Klischees die wohl eher aus Seifenopern von der Zeit bekannt sind, welche die narrative Spannung des Films bestimmen. Es ist fast so wie wenn in Dallas um Ölquellen gestritten wurde - noch ein paar Jahre vorher
Bemerkenswert sind darüber hinaus vor allem die schauspielerischen Leistungen fast des gesamten Cast, der eigentlich durchwegs nachhhaltig beeindruckende Performances abgibt - selbst die stereotypen Upper-Class-Schönheitsprinzessinnen mögen so beeindrucken
Ende eines Jahrzehnts später mag Joss Whedon mit seiner "Buffy", sowie die Satire "Cruel Intentions" ähnliches angestrengt haben, doch ist "Pretty in Pink" nicht mit dem vermeintlichen Realismus in Richtung Fantasy oder Satire ausgestattet
Gerade das ist "Pretty in Pink" hoch anzurechnen find ich: eine Geschichte die zwischen den Genres schwebt und so für mich in einer Stufe mit einem "Donnie Darko" die Zeit noch aus der Zeit selbst heraus (indirekt) kommentiert

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