Fast übersehen im Kino, wo er allerhöchtens die Programmveranstalter erfreute, ist David Mamets "The Spanish Prisoner" sicherlich ein kleines Highlight im finanziell günstigen Thrillerkino. In bester Hitchcock-Tradition gerät hier ein junger Erfinder Stück für Stück in eine gefährliche Situation, als versucht wird, seine Erfindung zu stehlen.
Das Brilliante an "Die unsichtbare Falle" ist die klare Vorstellung und der Aufbau des Films. Jede Szene ist im späteren Verlauf meist noch einmal notwendig für eine Rückblende. Allerdings kann man schon früh ahnen, daß unser Held hier demnächst in eine Falle laufen wird, bzw. sich schon in einer befindet. Die Leute, die ihm im Firmenurlaub begegnen, scheinen alle etwas im Schilde zu führen (zumindest ersichtlich für den Zuschauer), auch wenn man nicht so recht weiß, warum man so denkt. Die Sängerin Rebecca Pidgeon gibt dabei am deutlichsten vor, daß man mit ihr noch rechnen muß, so auffällig ihre Rolle angelegt ist. Ins Schwarze trifft jedoch noch mehr Steve Martin in einer gänzlich untypischen Rolle als steinreicher Jimmy Dell, der unseren jungen Helden (Campbell Scott in einer manchmal rührend naiven Rolle) scheinbar beraten will, auf das er nicht über den Tisch gezogen wird, aber dabei seine eigenen Pläne verfolgt.
Im Nachhinein ist der Aufbau der Betrügerei, die Joe Ross (Scott) übers Ohr haut, wahrhaft geschickt aufgebaut. Wie in einem Netz verfängt sich der junge Mann immer mehr darin, wenn hinter ihm immer mehr Brücken abbrechen und ihm später selbst die Polizei nicht mehr glaubt. Als er dann auch noch in Mordverdacht gerät, scheint es ganz aus zu sein und man hofft nur noch auf einen Dreh, der ihm noch eine Chance gibt.
Es wäre viel zu aufwendig, die Winkelzüge hier auch nur anzudeuten oder zu umschreiben, deswegen soll man auch auf einige Überraschungen gefaßt sein, wenn man ihn sich zu Gemüte führt. Unter Garantie wird jedoch der Showdown überraschen, ein Rettung-in-letzter-Minute-Plot-Twist, der Lust macht, sich den Film rückwirkend noch einmal anzusehen, um zu checken, wo man die Rettung bisher überall übersehen hat.
Eine Empfehlung gibt es jedoch uneingeschränkt für den spannenden, wenn auch unspektakulären Aufbau und einen reibungslosen Ablauf mit guten darstellerischen Leistungen (darunter ein Cameo von Ed O'Neill), sowie reichlich geschliffenen Dialogen. (7,5/10)