Review

Quick und sein Ziehdad Sugar Ray betreiben 1938 einen illegalen Nachtclub in Harlem. Ihr Erfolg ist Mr. Calhoun, dem großen Fisch im Becken, ein Dorn im Auge und so will er eine Beteiligung oder den Laden übernehmen. Doch das Vataer-Sohn-Gespann hat eigene Pläne bevor sie umziehen.


Harlem Nights ist die einzige Regiearbeit von Eddie Murphy, einem der Topstars der 80er und Anfang 90er. Er hat auch das Drehbuch verfasst, doch in beidem hatte er bei der 30 Millionen Dollar Produktion kein so glückliches Händchen.

Das Budget erkennt man vor allem an der Ausstattung, denn die ist wirklich hervorragend. Die Clubs und Wohnungen sind opulent ausgestattet und wirklich schön anzusehen. Tolle Sets allein reichen aber nicht, wenn das Drehbuch lahmt. Die Story hat zwar etwas Action zu bieten, ist aber ansonsten weitgehend gemächlich erzählt, so dass sich die eine oder andere merkliche Länge einschleicht. Und Murphy versucht zudem, einen cleveren Coup als Höhepunkt samt Twist einzubauen, sozusagen einen Mini-Heist, der aber zu keiner Zeit spannend oder besonders smart erscheint. Kein Vergleich zu Klassikern wie Der Clou.

Insgesamt fehlt der Story ein echter Höhepunkt. Eine Möglichkeit wäre der Brand eines Lokals gewesen, doch der wird lediglich als Ergebnis präsentiert, quasi im Vorbeigehen, eine reine, fast schon unbedeutende Nebensache.

Eher unbedeutend könnte man auch die schauspielerische Leistung der meisten Darstellenden bezeichnen. Eddie Murphy hält sich mit seinem Markenzeichen, dem Schnellfeuer-Gequatsche deutlich zurück und will stattdessen cool sein, bleibt damit aber ähnlich blass wie Richard Pryor, der ganz sicher sehr viel mehr kann. Dafür schaffen es Danny Aiello als Detective Phil Cantone und Della Reese als Puffmutter Vera Walker locker, alle anderen an die Wand zu spielen. Den beiden zuzusehen ist eine wahre Freude und auch die Synchro passt bei den beiden. Der Rest des Casts ist eher unauffällig.


Außer einer tollen Ausstattung und glänzenden Nebenrollen hat Murphys Regiearbeit wenig zu bieten. Ein Höhepunkt fehlt, ein smarter Twist auch, das reicht einfach nicht.

Details
Ähnliche Filme