Ein Genremix wie aus dem Lehrbuch: „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ vermischt in atemberaubender Perfektion Real- mit Trickfilmsequenzen, indem die Animationsfiguren ganz einfach als reale Schauspieler behandelt werden, die in „Toontown“ irgendwo in Hollywood ihre Bleibe haben. Einer von ihnen ist Roger Rabbit, der in einen Mordfall verwickelt wird und beim Privatschnüffler Eddie Valiant Unterschlupf findet.
Man kann hier Ideen für drei Filme finden, so abgefahren ist diese Geschichte aus dem Hollywood der Endvierziger, als die legendären Trickfilmfiguren von Bugs Bunny bis Goofy Hochkonjunktur hatten. Eingebettet ist alles in eine an den klassischen Film-Noir erinnernde Story um einen abgehalfterten Privatdetektiv, den Bob Hoskins herrlich mürrisch mimt, mit all seinen Lasterhaftigkeiten. Anspielungen auf Genre-Klassiker der „Schwarzen Serie“ und spätere Detektivstreifen wie „Chinatown“ lassen sich haufenweise finden.
Der wahre Star ist aber natürlich die fiktive Trickfigur Roger Rabbit, der dem Film seine wilde Seite verleiht, indem er ständig auf Hundertachtzig ist. Man muss ihn und die anderen Animationscharaktere einfach gern haben, zumal sie optisch eine echte Augenweide darstellen, noch Jahre vor einem „Space Jam“.
Für Kinder ist die Angelegenheit dennoch phasenweise zu ernst bzw. zu abgedreht, dafür sollten ältere Semester zu jeder Sekunde ihren Spaß haben, was zusätzlich ein comichaft-überzogener und klassischer Bösewicht in Gestalt von Christopher Lloyd garantiert.
Ein Film, der auf alle Konventionen pfeift, vor allem aufgrund seiner Überraschungsvielfalt und Liebe zu Details äußerst sympathisch und kurzweilig. Dagegen wirkt „Space Jam“ wie ein berechenbarer Furz im Wind, „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ war, ist und bleibt wohl in dieser Form einzigartig.