Ich erinnere mich noch, dass ich den Film damals im Kino sah. Diese Verschmelzung der realen und der Toon-Welt begeisterte mich – und tut es bis heute. Dazu kommt nun noch das Verständnis für manch zotigen Witz, denn ein Kinderfilm ist „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ beileibe nicht.
Der gezeichnete Hase, der des Mordes an einem Filmmagnaten verdächtigt wird – es ist kein typisches Umfeld, das Regisseur Robert Zemeckis hier aufzieht. Der Film Noir, der diesen für ihre Zeit einzigartigen Comedy-Krimi durchzieht, ist das Salz in der Suppe. Es finden sich Verweise auf die klassischen Detektivgeschichten, die Dialoge, Sets, Plotpoints, ja selbst der Score erinnert an die „Schwarze Serie“. Richtig finster wird es allerdings nie, dazu ist die Ausrichtung dann doch zu bunt, was hier allerdings ins Konzept passt, hat man als Gegengewicht doch die komplette Bandbreite an Cartoon-Figuren zu integrieren. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit allerlei bekannten Charakteren, selbst das kultige ACME-Label bekommt mal ein Gesicht, was dem Szenario eine gewisse Breite verschafft, die ungemein bei der Immersion hilft.
Auch die Detailverliebtheit ist hier zu erwähnen. Nicht nur optisch, denn es wird auch beispielsweise darauf eingegangen, dass die Figuren mit dem zur Belustigung zugefügten Schmerz arbeiten müssen. Dies nur am Rande, aber an sich ein interessanter Aspekt. Ebenso einer, dass man sich für die ein oder andere zotige Anspielung nicht zu schade ist und der Film auch für ein erwachsenes Publikum ausgezeichnet konsumierbar ist. Dieses dürfte an dem Szenario eh mehr Freude haben.
Allein das Finale fällt insgesamt etwas ab, wirkt es doch zu gedehnt. Das ist paradox, da es eigentlich einige sinnvolle Stationen zur Erklärung der Geschichte abarbeitet, dies aber nicht in einen richtigen Fluss bringen kann.
Industrial Light and Magic haben hier ganze Arbeit abgeliefert. Die Zeichentricksequenzen alleine sind schon sehr hochwertig produziert, in Kombination mit der realen Welt funktionieren diese ebenfalls nahezu perfekt. Zu kritisieren sind hier nur Kleinigkeiten, jedoch ist einfach Respekt zu zollen, dass solches vorher noch nicht in solcher Qualität auf der Leinwand zu sehen war.
Bob Hoskins gibt dabei einen klassischen Privatdetektiv ab, inklusive Alkoholproblem, schlechter Laune und Vorurteilen. Sein Groll gegen die Toons wird dabei auch greifbar ins Bild gesetzt und erlaubt ihm eine gewisse Charakterentwicklung. Den harten Hund kaufe ich ihm aber nie ganz ab, dafür bleibt er eine Spur zu knuffig. Auch Christopher Lloyd ist mal wieder sehenswert, die Rolle des Richter Doom steht ihm, er füllt diese mit Leben, leidet aber unter einem auf die volle Filmlänge gesehen zu unterentwickeltem Charakterdesign.
Das falsche Spiel mit Roger Rabbit entpuppt sich als Gewinn für das Publikum. Der Verbund zwischen realen und gezeichneten Charakteren wirkte selten so stimmig und die eher für ein erwachsenes Publikum konstruierte Geschichte wuppt das Ganze mit Leichtigkeit in äußerst unterhaltsame Gefilde. Leichte Schwächen im Showdown schmälern dies nur wenig, insgesamt ein immer noch sehenswertes und schön eigenwilliges Werk.