Review

Der Mann der 1000 Pseudonyme hat wieder zugeschlagen: Jim Wynorski.
Mit Filmen wie „Gargoyles“ oder „Sub Zero“ konnte er zumindest unterhalten, auch wenn seine Fließbandprodukte niemals ein überdurchschnittliches Handwerk aufweisen können.
Und an sich kann ich Dschungelabenteuern auch immer etwas abgewinnen, aber in diesem Fall ist das Treiben zu einseitig und die Geschichte schon zigmal variiert worden.

Wie der Titel bereits vermuten lässt, dreht sich alles um einen Schatz in der Nähe Panamas, auf Isla Damas. Natürlich gibt es auch zwei Hälften einer Schatzkarte, die eine hat der überaus Böse (Hannes Jaenicke) und die andere der überaus Gute (Stephen Baldwin).
Beide haben jeweils ein paar Leutchen um sich herum, die sich, vorzugsweise in gewittriger Nacht, gegenseitig auslöschen wollen…

So simple ist die Geschichte und so simpel der Ablauf.
Dabei springt dem Zuschauer das Geschehen in den ersten Minuten an wie ein Dullhermken, zwar mit offenbar geklauten Szenen aus „Backdraft“, aber immerhin ist Tempo drin. Diese Schatzkarte stammt noch vom ollen Columbus und wurde irgendwann hinter einem Gemälde versteckt, so dass davon ohnehin keiner etwas wissen kann außer dem mächtigsten Verbrecher der Welt. Doch über Umwege landet die Karte bei Cop Carl, der sie wiederum an seinen Bruder Bryan weitergibt, denn der kennt sich mit solchen Sachen aus und bricht auch umgehend zur Schatzsuche auf. Die Gangster haben davon aber Wind bekommen, entführen Carl den Cop und nehmen ihn gleich mit nach Panama…

Leider bietet der Dschungel keine Gefahren außer herumballernden Stereotypen und einer ganz übel getricksten Tsunami-Welle gegen Ende. Durch und durch ganz preiswerte Computereffekte…
Die hölzernen Darsteller formen mit ihren Dialogen ganze Blockhüttensiedlungen. Hannes Jaenicke ist schwach, Baldwin auch. Sheridan zeigt nichts von dem, was über den OP-Tisch ging und Mark C. Lawrence kann als comichaft überzeichneter Danny kaum ein Schmunzeln für sich verbuchen, obgleich seine Figur die sympathischste ist. Der austauschbare Score passt sich lückenlos dem eindimensionalen Geschehen an, dessen seifiger Abschluss zu befürchten war.

Selbstverständlich finden die Guten abschließend per Zufall ihren Schatz (der natürlich aus jeder Münze und jeder Kette funkelt ohne Ende) und der Held das neue Schätzchen (Ich liebe dich, auch wenn ich dich 90 Minuten zuvor kaum eines Blickes gewürdigt habe…)
Und ich habe mit „Lost Treasure“ einen Film gefunden, den ich in ein paar Tagen nicht mehr werde zuordnen können. Unterhaltung auf Sparflamme, die im Verlauf immer kleiner wird.
3 von 10 Punkten

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