kurz angerissen*
Mehr als nur das Portal zu “Star Wars”: “American Graffiti” ist wohl einer der wenigen „puren“ Filme, die dem ursprünglichen Zweck des Kinos am nächsten kommen. George Lucas betont die Relativität von Erfahrungen, bewertet nicht nach ihrer Dauer, sondern nach ihrer Intensität. Während der Werdegang einiger Hauptfiguren vor dem Abspann nur in kurzen Texttafeln festgehalten wird, dehnt sich die gesamte Handlung auf eine einzige Nacht und scheint dabei in jedem einzelnen Augenblick wichtiger zu sein als alle Folgejahre zusammen.
Mit autobiografischer Motivation schildert der Regisseur und Autor also ein paar Stunden im Leben einiger Jugendlicher der frühen 60er Jahre, greift dabei sämtliche Eigenarten der Zeit mit geschultem Auge auf und rechtfertigt auch nie die Dummheiten, die ein Erwachsener in das Verhalten der törichten Halbstarken interpretieren würde. Er weckt eine Sehnsucht nach dieser ganz speziellen Vergangenheit, selbst für jene, die zu spät in die Welt geboren wurden und niemals an ihr teilgenommen haben.
Natürlich ist diese Art von Nostalgie berechenbar. Zu nicht unwesentlichen Anteilen wird sie vom 40-teiligen Soundtrack angekurbelt, der praktisch in Dauerschleife Rock’n’Roll-Oldies unter die Szenen legt, doch gerade die Musik macht „American Graffiti“ zu einem einmaligen Filmerlebnis, das an magischen Momenten nicht arm ist, von „I love you“ bis Wolfman Jack.
(8.5/10)
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