Fünf Leute wollen einen geruhsames Wochenende in einer Waldhütte verbringen, doch merkwürdige Geschehnisse und ein durch die Flora streifender Killerclown machen diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.
Die Geschichte von "Grim Weekend" hört sich nicht besonders innovativ an und sie ist es auch nicht, denn den bekannten Camperfilmen wird nichts wesentlich Neues hinzugefügt. Trotzdem kann man dieser auf Digitalvideo gedrehten Amateurproduktion einen gewissen Reiz bescheinigen, denn sie hat durchaus ihre positiven Momente.
So nimmt sich der Streifen viel Zeit für die Vorstellung der einzelnen Figuren, die diesmal nicht aus den üblichen Klischeeteenagern bestehen, sondern aus normalen Personen, die durchweg von unbekannten Darstellern verkörpert werden, die aber verhältnismäßig gute Leistungen vor der Kamera vollbringen, mit halbwegs nachvollziehbaren Handlungen. Nur wenn es dann (ziemlich spät im Film) ans Eingemachte geht, begehen die Charaktere die üblichen Unsinnigkeiten wie nachts nur zu zweit durch die Wälder streifen.
Bei den Dialogen verhält es sich ähnlich, denn diese finde ich anfangs ziemlich erfrischend und als dann die Gefahrensituationen ihren Lauf nehmen, verfällt man in die üblichen Worthülsensätze.
Sowieso ist der Streifen für einen Camperfilm sehr dialoglastig und der gorehungrige Slasherfreund wird frühestens nach über einer Stunde Laufzeit etwas zufrieden gestellt, wobei die Effekte nicht wirklich überzeugen können, denn bei einer Enthauptung ist trotz der flinken Schnitttechnik deutlich zu erkennen, dass es sich um eine Puppe handelt und ansonsten bekommt man lediglich Ergebnisse von Bluttaten, nicht aber die Tat selber zu Auge. Ansonsten wird man mit unheimlichen Ereignissen wie beschrifteten Spielzeugpuppen im Kühlschrank oder unter der Motorhaube und Gegröhle ausm Dickicht bei Grusellaune gehalten. Die Musik unterstützt die bedrohliche Athmosphäre ausgezeichnet, ist abwechslungsreich und passend.
Leider können die Auftritte des mopsigen Killerclowns, der gerne mal einen Kinderreim schmettert, gegen Ende nicht wirklich überzeugen, denn so richtig erschreckend kommt der Maskenträger nicht rüber. Ab und an der verriegelten Hütte klopfen und durch nen Spalt luken reicht eben nicht, um für wohlige Gänsehaut zu sorgen.
Das Ende kann dann wieder punkten, denn die Auflösung ist böse, wirft vorherige eingestreute Verdachtsmomente über den Haufen und der Schlussgag gefällt mir ebenfalls.
Da ich nicht weiß, wo ich diesen Satz unterbringen soll, packe ich ihn nun ans Ende: Sehr schön fand ich die Stellen, in denen sich Personen an vergangene Ereignisse erinnern oder Geschichten erzählen, denn hier werden die Erzählungen von bruchstückhaft hereingeschnittenen Szenen dieser Gedanken oder Geschehnisse mit einer besonderen Farbgebung unterstützt.
Insgesamt hat dieser Camperfilm seine Stärken und Schwächen, dürfte aber im Endeffekte für den Slasherfreund zu harmlos und für den Horrorbegierigen zu ereignislos sein.