Nach der erfolgreichen Mission auf der in der Ägäis gelegenen Insel Navarone (siehe "Die Kanonen von Navarone") sollen die beiden Spezialisten Mallory und Miller sich dem Sonder-Kommando 10 unter der Führung von Colonel Barnsby anschließen und in Jugoslawien eine geheime Operation durchführen, über deren genaue Details sie erst vor Ort informiert werden... und nebenbei auch noch den Verräter Nicolai Lescovar liquidieren, der sich bei den Widerstandskämpfern eingesschlichen hat. Dummerweise wird ihr Flugzeug über dem Zielgebiet abgeschossen und den Absturz überleben nur fünf Personen: Neben Mallory, Miller und Barnsby auch Lieutenant Reynolds und Sergeant Weaver, wobei Letzterer vor dem Start des Fliegers der Militär-Polizei entwischt ist und sich der Unternehmung mal eher spontan angeschlossen hat. Zu allem Überfluss gerät der klägliche Rest der Truppe zunächst in die Hände von als Partisanen getarnten Nazi-Kollaborateuren was den eigentlichen Auftrag - die Sprengung einer strategisch wichtigen Brücke - nicht gerade leichter macht... So'n verspätetes Sequel ist keine Erfindung der Neuzeit: Diese Forstsetzung zu J. Lee Thompsons 1961er-Kriegs-Abenteuer "Die Kanonen von Navarone" knüpft inhaltlich zwar direkt an den Vorgänger an, hat da aber doch ganze 17 Jahre auf sich warten lassen... was logischerweise in einem komplett ausgewechselten Cast in den relevanten Rollen (Robert Shaw statt Gregory Peck und Edward Fox anstelle von David Niven) resultiert hat. Mit Harrison Ford zwischen "Krieg der Sterne" und "Jäger des verlorenen Schatzes", "Django" Franco Nero sowie Carl Wathers post "Rocky" tummelt sich hier zudem auch noch ein wenig frühe Prominenz in der Nebendarsteller-Riege, die heutzutage sicherlich immer noch einen Augenmerk wert ist. Alles andere an "Der wilde Haufen von Navarone" ist dann aber leider nicht so prall und kann dem Oscar-nominierten Original zu keiner Zeit wirklich das Wasser reichen: Die Inszenierung durch James Bond-Regisseur Guy Hamilton kommt den zwischenzeitlich veränderten Sehgewohnheiten des Publikums kurioserweise nämlich kaum entgegen und drückt dementsprechend auch nicht auf die Tube, was das Erzähl-Tempo anbelangt... und so macht sich dann im Gegensatz zu dem auch heutzutage immer noch fesselnden "Die Kanonen von Navarone" doch leider recht schnell Langeweile breit. Okay, die Storyline an sich ist - obwohl wurschteliger, als sie es sein müsste - für einen Streifen dieser Art sicherlich tauglich (wie auch ein Quentin Tarantino erkannt hat, der in seinem "Inglourious Basterds" eine ganz ähnliche Geschichte auftischt... allerdings doch wesentlich virtuoser und unterhaltsamer!), aber die Action hätte man da doch etwas weniger sparsam dosieren können. Die in dem Bereich geübte Zurückhaltung verwundert einen da eher, wenn man sich vor Augen hält, dass jeder einzelne von Hamiltons Bond-Streifen doch ein erheblich höheres Maß an Spektakel liefert und auch das Brückeneinsturz-Finale mit seinen okayen Miniatur-Tricks gleicht ein gewisses Defizit an Kino-tauglichem Radau nicht wirklich aus. So wirkt "Der wilde Haufen von Navarone" ergo doch auf altmodische Art und Weise ein wenig wie aus der Zeit gefallen, verbreitet auf der anderen Seite jedoch nicht so recht das Flair einer klassischen Hollywood-Großproduktion... und sitzt damit recht enttäuschend zwischen allen Stühlen.
4/10