Review

Sekretärin/Supergirl/sensible Schönheit


Eine unscheinbare, aber durchaus sehr fähige Sekretärin will hoch hinaus und nutzt die Gunst der Stunde, als sich ihre etwas bitchy Chefin im Skiurlaub in Europa verletzt, um ihren Job zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen. Doch nicht zuletzt ein attraktiver Harrison Ford macht es ihr nicht leicht, Beruf und Liebe, Schein und Sein, auseinander zu halten...

„Working Girl“ wird ja manchmal etwas süffisant und abwertend als „Pretty Woman“ der Geschäftswelt abgetan, doch ich sehe die Büroromanze dann doch sehr viel positiver und romantischer und wertiger als sie oft eingeordnet wird. Definitiv ein Kind der 80er und nicht in allen Beziehungen klasse gealtert - aber im Großen und Ganzen sind Kern und Herz noch äußerst intakt, am rechten Fleck, wirkungsvoll und mehr als brauchbar. Vor allem durch die süße, schüchterne und doch attraktive Melanie Griffith. Perfekter Anker! Durch den selten charmanter gesehenen Harrison Ford. Perfekter Typ! Und durch eine in ihrer zickig-bossigen Rolle völlig aufgehende Sigourney Weaver, die das ganz besonderer Pfeffer bringt. Perfekte „Bösewichtin“! Das World Trade Center derart prominent in Filmen zu sehen tut immer etwas weh, die grauen Fassaden der New Yorker Geschäftswelt sind natürlich (gerade in den 80ern) nicht für jeden Eyecandy und auch die Mode samt Schulterpolstern und mega Hochsprühfrisuren (Joan Cusack sieht original aus wie Boy George!) sind nicht jedermanns Sache. Aber erstens gefällt mir das und zweitens ist das alles eh nur B-Note. Der Kern der Sache sind die Romanze zwischen Griffith und Ford plus noch viel deutlicher die Aussagen zu hart arbeitenden und sich anstrengenden Frauen in einer männerdominierten Berufswelt. Und das gilt heute noch genauso wie damals, egal mit welcher Schminke oder welchen Blusen. 

Fazit: „Working Girl“ hat süße Romantik, enorme Starpower und eine diskussionswürdige wie mutige Aussage zur Arbeitswelt. Macht Mut und Spaß! Starkes Doppel mit „9 to 5“. 

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